• Support

    Altes Wettbürobanq.deBeatpolbuschfunk.orgDoubled TownDynamiteEast ClubEtui RecordsGoldener AnkerIpolykoenixkinderKulturaktivlapampa festivalLittle MMancha RecordingsMikrotonalScheune AkademieSchnittechtSidedoorSpur 1SteinhausStudio B

BISS.FM – Die Initiative

BISS.FM ist eine Initiative unterschiedlichster Akteure aus Kultur und Medien, die mit dem vorhandenen Radioangebot in Sachsen nicht einverstanden sind.

Vom 17.02.2009 bis zum 25.06.2009 haben wir über 3.500 Unterschriften Gleichgesinnter gesammelt und heute eine offizielle Sammelpetition beim Sächsischen Landtag eingereicht . Außerdem erhalten der Mitteldeutsche Rundfunk sowie die Sächsische Landesmedienanstalt eine Kopie unseres Schreibens.

Das Petitionsverfahren auf der Website des Landtags verlangt eine gewisse Form. In diese haben wir unsere Forderungen (siehe unten) eingepasst. Wir hoffen, zu Euer aller Zufriedenheit. Wir haben versucht, alles, was wir seit Beginn dieser Initative über die Verantwortlichkeiten gelernt haben, in diesem offiziellen Petitionsantrag zu berücksichtigen. Natürlich ist der Wortlaut des Forderungspapiers, welches Ihr unterschrieben habt, Bestandteil der Petition.

Jetzt heißt es abwarten, Daumen drücken und den Sommer genießen. Das tut der Landtag auch und geht in die Sommerpause. Somit wird wohl erst der neue Landtag über unsere Petition entscheiden.

Wer jetzt noch für die Initiative BISS.FM unterzeichnen will, der kann das gerne tun! Die zukünftig gesammelten Unterschriften werden zwar nicht mehr direkt an den Petitionsausschuss gesendet, verdeutlichen aber trotzdem die Dringlichkeit unseres Anliegens.

Klicke hier um zu unterzeichnen

Und hier der Text, den wir heute an den Landtag übermittelt haben:

1. Über welche Entscheidung/welche Maßnahme/welchen Sachverhalt wollen Sie sich beschweren (Kurze Umschreibung des Gegenstands Ihrer Petition)?

Kritisiert wird der Zustand der sächsischen Radiolandschaft im Hinblick auf ihr Angebot für die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (+/- 15 bis 30 Jahre).

Dem Bedürfnis junger Menschen nach anspruchsvoller Informationsvermittlung, Beiträgen zur (politischen) Bildung, kreativer Unterhaltung und der Berücksichtigung des regionalen Kulturangebots – insbesondere der vielfältigen sächsischen Musikszene „Pop/Rock“ (Veranstalter, Musiker, Labels) – wird in keiner Weise entsprochen.

Vielmehr besteht das vorhandene Informationsangebot der „jungen“ Sender aus Verkehrsmeldungen und Beiträgen mit geringer fachlicher oder inhaltlicher Tiefe. Ein Bildungsanspruch ist nicht zu erkennen und die musikalische Vielfalt beschränkt sich auf wenige, sich in Dauerrotation wiederholende Musiktitel aus aktuellen und früheren Charts.

Radio ist nach wie vor das meistgenutzte Medium , spielt eine entscheidende Rolle im Alltag junger Menschen und somit besteht dringender Handlungsbedarf, um die Lebenssituation dieser in Sachsen entscheidend zu verbessern.

Nicht nur die Situation als Radiohörer, sondern auch die Möglichkeiten, als kreativer Gestalter von nichtkommerziellen Radioangeboten (im Internet) aktiv zu werden, muss unbedingt verbessert werden.

2. Was möchten Sie mit Ihrer Bitte/Beschwerde erreichen?

Die Unterzeichner drängen auf die Ausstrahlung eines öffentlich rechtlichen Jugendradios. Der MDR bietet mit „Sputnik“ ein entsprechendes Format, aber laut Intendant Prof. Dr. Reiter bemüht sich der MDR bisher erfolglos um entsprechende Frequenzen in Sachsen. Dies ist nicht nur im Hinblick auf die durch den Rückzug von BBC / Radio France frei gewordenen Frequenzen unverständlich.

Auch ein weiteres privates Jugendradio neben NRJ würde helfen, die dringend benötigte Vielfalt im Radio zu erhöhen.

Weiterhin wird eine Offenlegung gefordert, ob die Frequenzvergabe an den Sender NRJ als einziges bestehendes Jugendradio an inhaltliche und organisatorische Auflagen gebunden war sowie eine Prüfung, ob diese eingehalten werden; außerdem eine Stellungnahme der Landesregierung zur Erfüllung des §6 (Programmauftrag) des Staatsvertrag über den Mitteldeutschen Rundfunk durch das Sendeformat MDR JUMP.

Weiterhin fordern die Unterzeichner ein Förderprogramm für nichtkommerzielle Radiosender, zur Bereicherung der Sächsischen Medien- und Jugendkulturlandschaft, die viel zu oft an finanziellen Hürden (GEMA, GvL, Technik) scheitern.

3. Gegen wen, insbesondere welche Behörde/Institution richtet sich Ihre Beschwerde?

Adressat dieser Petition ist der Sächsische Landtag. Eine Kopie erhalten MDR und SLM.

4. Muss nach Ihrer Vorstellung ein Gesetz/eine Vorschrift geändert/ergänzt werden? Wenn ja, welche(s)?

Die Ausschreibung der frei gewordenen Frequenzen wurde durch die SLM abgelehnt mit dem Hinweis auf die gesetzliche Mindestlaufzeit von 8 Jahren, die aufgrund der Digitalisierung im Jahre 2010 (neu: 2014) nicht eingehalten werden könne.
Für den Ausbau des kulturellen Radioangebotes für junge Sachsen muss eine flexible, unterfristige (weniger als 8 Jahre geltende) Ausschreibung neuer Frequenzen ermöglicht werden und sich diese insbesondere an ein Jugendradio wenden, welches sich zu einem hohen Informationsanteil und breiter Musikvielfalt bekennt.

5. Bitte geben Sie eine kurze Begründung für Ihre Bitte/Beschwerde.

Es besteht ein deutlicher Bedarf an Informations- und Bildungsinhalten im Rundfunk. Darin ist das Ziel eines Jugendradiosenders zu sehen. Anspruchsvolles Jugendradio steigert die Lebensqualität und sorgt für einen entscheidenden, positiven Effekt auf die Wertschöpfungskette der Kreativwirtschaft. Um in diesem Punkt nicht den Anschluss an andere Bundesländer zu verpassen, möge dieser Bitte statt gegeben werden.

6. Ich werde Unterlagen nachreichen

Die Namen von über 3.500 Mitunterzeichnern dieser Sammelpetition werden auf postalischem Wege eingereicht. Weitere Informationen finden Sie auf www.biss.fm

Die Forderungen der Initiative BISS.FM lauten im Originalwortlaut:

1.) Die Ausstrahlung eines alternativen Jugendradios für Sachsen nach den Vorbildern Sputnik (MDR), Fritz (RBB) oder FM4 (ORF) mit

  • einer Musikauswahl, bei der die künstlerische Vielfalt vor dem  kommerziellen Erfolg der  Tonträger steht
  • einer anspruchsvollen Berichterstattung, bei der (sub)kulturelle und politische Inhalte gleichberechtigt neben Unterhaltung stehen
  • Beiträgen zur Unterstützung der landesweiten Pop- und Jugendkultur
  • Programmen zur politischen Bildung

Wir bemängeln dabei vor allem die Tatsache, dass der MDR ein entsprechendes Format (SPUTNIK) ja bereits in Sachsen-Anhalt ausstrahlt. Eine Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts sollte aber die angebundenen Länder gleich behandeln und sich dabei besonders seiner Verpflichtung gegenüber jungen Menschen bewußt sein. Daher sollte das Format SPUTNIK entweder (mit einer eigenen Redaktion) auf Sachsen ausgeweitet,  oder ein entsprechendes neues Format in Sachsen eingeführt werden.

2.)  Die Förderung von nichtkommerziellen Internetradios

Immer mehr Menschen greifen auf Radioangebote im Internet zurück. Allerdings haben nichtkommerzielle Projekte derzeit kaum die Chance, die Kosten für Räumlichkeiten, Technik und Lizenzen (GEMA und GVL) zu tragen. Dies verhindert innovative redaktionelle und technische Ansätze und somit eine notwendige Belebung der sächsischen Medien- und Kulturlandschaft. Denn nur im Internet ist Platz für Experimente und Nischen. Im Gegensatz zu freien UKW-Radios, die hierzu bereits betrieben werden, ist die Reichweite eines Internetradios nicht regional (z.B. auf eine Stadt) begrenzt. Und auch außerhalb der urbanen Zentren Dresden und Leipzig besteht ein Recht auf Teilhabe an allen kulturellen und medialen Facetten in und aus Sachsen.

Daher soll der Freistaat Sachsen ein Förderprogramm für nichtkommerzielle Radioprojekte von Schulen, Universitäten und Vereinen auflegen, wodurch Projekte mindestens temporär finanziell unterstützt werden.

  • Supporter