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Kurzes Update zum offenen Brief und den Änderungen bei SPUTNIK

Heute mittag wurde unser offener Brief per E-Mail mit Euren Namen als Unterzeichner zunächst an die 17 Mitglieder des Hörfunkausschusses im MDR Rundfunkrat gesendet. Dieser kommt am 5./6. September zu einer Sitzung zusammen und das Thema SPUTNIK wurde bereits kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt.

Bitte unterzeichnet und kommentiert den Brief trotzdem gerne weiter, denn natürlich haben wir auch auf unser Blog verlinkt. Ich denke, hier bekommt man die Emotionen eindeutig besser mit!

Noch einmal kurz zur Erläuterung: Der Rundfunkrat besteht nicht aus Mitarbeitern des MDR sondern ist eine Art externes Kontrollorgan.

Der Rundfunkrat “überwacht die Einhaltung des im Staatsvertrag festgelegten Programmauftrages, wählt den Intendanten sowie die Direktoren und berät den Intendaten in allgemeinen Programmangelegenheiten. Der Rundfunkrat ist das oberste Beschlussorgan des MDR, das über Fragen von grundsätzlicher Bedeutung entscheidet.

Eine – sehr wohlwollende und ermutigende – Antwort aus den Reihen der Empfänger haben wir bereits erhalten.
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SPUTNIK Musikexperte beim Thementag der Scheune Akademie zum Thema Radio und Popkultur

Kommt ja wie gerufen:

Zum Thementag “Radio und Popkultur” der Scheune Akademie am kommenden Samstag, den 4.9.2010 ist auch Sputnik Musikexperte Hendryk Proske zu Gast in einer Podiumsdiskussion.

Eingeladen, um etwas über einen der letzten deutschen UKW-Sender zu erzählen, bei dem man auch als Newcomer gespielt werden kann (konnte?), wird er vielleicht auch erklären, ob das nach den aktuellen Änderungen im Programm so bleibt oder nicht.

Die neue Gangart bei SPUTNIK ist sicherlich keine leichte Aufgabe für ihn, der als ausgewiesener Musikexperte gilt und zur seltenen Gattung der Musik-Trüffelschweine zählt…

Auch sonst wird der Tag am Samstag sicherlich sehr spannend für Musiker, Labelmacher, Verlage und Band-Manager und alle Medien- und Musikinteressierten. Ein zweiter Tag für Radiomacher ist übrigens wohl bereits in Arbeit.

Das Programm im Überblick:
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Offener Brief an den MDR Rundfunkrat: SPUTNIK muss besonders bleiben

Vielleicht habt Ihr es bei uns oder woanders bereits gelesen oder am eigenen Ohr erfahren: Derzeit gibt es massive, von oben diktierte Umbrüche bei MDR SPUTNIK, die wirklich Besorgnis erregend sind.

In kleinem Kreis haben sich daher einige Mitstreiter von BISS.FM entschieden, einen offenen Brief an den MDR Rundfunkrat zu senden, der z.B. die Einhaltung des im Staatsvertrag festgelegten Programmauftrages überwacht und den Intendanten sowie die Direktoren wählt (letzteres zum nächsten Mal im September). Insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Wahlen möchten wir die Mitglieder des Rundfunkrats auf einige Punkte aufmerksam machen, die vielleicht so sonst nicht zur Sprache kommen, vor allem aus Sicht der Musikbranche, die ja leider in Mitteldeutschland ohnehin keine allzu große Lobby hat.

Der Brief geht Anfang kommender Woche per Post an den Rundfunkrat, wer unterzeichnen möchte schreibe dies in den Kommentaren oder per e-Mail an info@biss.fm

Denkanstoss vor Direktorenwahl – SPUTNIK muss besonders bleiben!

Sehr geehrte Rundfunkräte des MDR,

wenn Ihnen der Schuldirektor eines Gymnasiums erzählte, dass er an seiner Schule Aufsätze und Algebra aus dem Unterrichtsstoff verbannt habe, weil die Mehrheit seiner Schüler in einer Umfrage sich für mehr Sport und Musik ausgesprochen hätten, würden Sie diesem Mann bescheinigen, sein Amt mit dem nötigen Ernst auszufüllen?

Wie würden Sie reagieren, wenn die Sächsische Staatsoper in Dresden keine Klassiker mehr aufführen würde, sondern nur noch Arien aus Walt Disney Verfilmungen, nur weil eine Umfrage so mehr Besucher prognostizierte?

In beiden Fällen wären Sie – so hoffen wir – entsetzt und würden den gesellschaftlichen Auftrag dieser Häuser in Ihrer Kritik herausstellen.

Diesen gesellschaftlichen (und politischen) Auftrag hat auch der MDR! Und daher beobachten wir mit Sorge die aktuellen Entwicklungen bei MDR SPUTNIK.

Darf MDR SPUTNIK zu einer belanglosen Popwelle werden?

Unserer Meinung nach passiert bei MDR SPUTNIK gerade genau das, was an einer Schule nie passieren dürfte und könnte: Das geistige und kulturelle Niveau eines der aus medienpädagogischer und kulturwirtschaftlicher Sicht besten deutschen Jugendradios wird aufgrund von Umfragen beschnitten, deren Wert für wirkliche journalistische Arbeit deutlich hinterfragt werden muss!

Diese Beschneidung enttäuscht nicht nur jeden aufgeschlossenen, neugierigen, weltoffenen und intelligenten Jugendlichen im Sendegebiet, sie hat auch fatale Folgen für die (regionale) Kultur- und Kreativwirtschaft und für das Image Mitteldeutschlands bei entsprechenden Kandidaten.

Nehmen wir die regionale Musikwirtschaft: Fast von einem Tag auf den anderen wurde bei SPUTNIK die musikalische Vielfalt in der Hauptsendezeit drastisch zusammengestaucht. Bekannte Titel wiederholen sich plötzlich permanent, während neue Titel und so genannte Independentkünstler im Gegensatz zu früher kaum noch eine Rolle spielen.

Je mehr sich aber die Musikauswahl nach den Ergebnissen von Umfragen richtet, desto logischer ist es, dass nur Musik der Global-Player im Musikbusiness mit entsprechendem Marketingbudget gespielt wird. Denn wie soll ich mir in einer Umfrage Musik wünschen, die ich vorher noch nie (z.B. in TV- oder Radio- Sendungen) gehört habe?

Es ist vielen nicht bewusst, aber es gilt die Faustregel, dass für eine Minute Sendezeit im öffentlichen Rundfunk ca. fünf Euro über die GEMA an die Urheber (Musikverlag, Komponist, Texter) und ausführenden Künstler (Labels, Produzenten, Musiker) ausgeschüttet werden.

Somit unterstützt die neue Ausrichtung bei SPUTNIK finanziell nur noch die Global Player, die ihre Interpreten durch Fernsehauftritte, Printanzeigen und Promotiontourneen bekannt machen können. Für engagierte, talentierte und vor allem regionale Akteure der Musikwirtschaft war SPUTNIK eine der letzten Möglichkeiten, bekannt zu werden und Einnahmen zu erzielen. Beides ist im Internet noch lange nicht auf gleichem Niveau möglich!

Eine Quotenkuh reicht! Zwei sind unverantwortlich!

Mit dem Format JUMP leistet sich der MDR bereits einen Sender, der sich ganz offenbar nicht nach Inhalten oder Werten sondern allein nach Reichweite und Quoten ausrichtet. Die bekannte und weitläufig akzeptierte Begründung dafür ist, dass der MDR die Werbeerlöse von JUMP nutzt, um die Arbeit der Anstalt im Bereich der Kultur (Figaro), der Information (MDR Info), des Lokalfunks (MDR Sachsen) und der Jugend (SPUTNIK) zu finanzieren.

Mit welchen Argumenten will (und vor allem darf) der MDR sich jedoch zwei Sender leisten, die in der Hauptsendezeit stetig rotierende Popmusik liefern und deren Informationsgehalt sich nicht von privaten Anbietern unterscheiden?

Das ist unverantwortlich! Unverantwortlich gegenüber den privaten Stationen sowie den aufgeschlossenen, lernwilligen und neugierigen Jugendlichen und unverantwortlich gegenüber der (mittel)deutschen Kreativ- und Kulturwirtschaft.

Für welche Werte steht der MDR?

Was sind die Werte, die man mit dem MDR verbinden soll? Einheitsbrei und Niveaulosigkeit? Kulturelle Armut und Ignoranz gegenüber dem Bildungsauftrag? Innovationslosigkeit?

MDR SPUTNIK stand für das Setzen von Trends, für Innovation, das Entdecken neuer Musik und engagiertes Auftreten gegen Rechtsextremismus. MDR SPUTNIK hat dadurch deutschlandweit bei jungen Menschen einen sehr guten Ruf und könnte als Imageträger bei Ausweitung auf UKW-Frequenzen in Thüringen und Sachsen, wo sich im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt mehr Kreativzentren befinden, ein wirklich entscheidendes Argument dafür liefern, hier zu studieren oder zu arbeiten. Aber welchen Anreiz schafft ein Sender, der sich nicht von anderen unterscheidet?

Bitte denken Sie darüber nach, wenn Sie Ende September die neuen Direktoren des MDR wählen! Entscheiden Sie so, dass Sie auf die Inhalte der Sender stolz sind und nicht auf deren Reichweite bzw. denken Sie an die Reichweite, die durch diese Programmänderung endgültig verbaut wird; Denn mit diesem Einheitsprogramm wird eine Ausstrahlung via UKW in Sachsen und Thüringen endgültig zunichte gemacht!

Sputnik: Rätselraten ums Programm – Gastbeitrag von Christian Schubert

Tausend Dank an Christian Schubert für die Zusendung dieses spannenden Beitrags zur aktuellen Diskussion um MDR Sputnik, also dem Sender, dessen Fehlen in Sachsen unsere Aktion ja erst nötig gemacht hat. Wenn ich es richtig lese, dann befürchtet Christian zwischen den Zeilen sogar, dass Sputnik eventuell mittelfristig komplett eingestampft werden könnte. Das wäre natürliuch eine totale Katastrophe und das endgültige Armutszeugnis des MDR! Mit ein wenig mehr Wortanteil wird aus JUMP ja noch lange kein Sender, der irgendwelche Werte kommuniziert oder darstellt oder nur Ansatzweise an z.B. Radio 1 ran kommt. Mit ein wenig mehr Wortanteil würde aus JUMP vieleicht sowas wie N-Joy (NDR) und Nordlichter wissen, das St. Peter Ordning und Mallorca auf dem Äther manchmal noch näher beieinander sind als sowieso schon…

Genug eingeleitet, hier der Beitrag:

……………………………………………………………………
Sputnik: Rätselraten ums Programm
Ein Gastbeitrag von Christian Schubert
……………………………………………………………………

Seit einigen Wochen glauben zumindest einige Sputnik-Hörer, ihr Programm tagsüber nicht wiedererkennen zu können: die Musikfarbe habe sich verändert, hin zu dem, was man vom privaten Popfunk kennt. Es gäbe außerdem mehr Wiederholungen – eben genau dieser Mainstream-Nummern. Ende Juli gingen die ersten Hörer an die Öffentlichkeit, zwecks Reality- Check ihrer Wahrnehmungen – sie lösten weitere Wortmeldungen aus.

Inzwischen scheinen weitere Fakten geschaffen worden zu sein.
Hörer berichten, die Sendung “360°” am Sonnabend wäre eingestellt worden. Zumindest in der Programmübersicht taucht sie tatsächlich nicht mehr auf. “360°” war eine Sendung mit hohem Wortanteil, in der unter anderem Korrespondentenberichte aus dem Ausland gesendet wurden, gerne zu bestimmten thematischen Schwerpunkten.

Weiterhin wurde von einem Hörer berichtet, daß die English News entfallen wären. Sprecherin Kira findet man nicht mehr auf der Onlineplattform mysputnik.de, auf sputnik.de sind aber sowohl die Sprecher als auch die English News noch verzeichnet.

Sputnik selbst schweigt bislang zu allen Vorgängen, nur eine Rechtfertigung der hohen Musikrotation gab es – und die hätte auch vom Privatfunk stammen können. Sie liest sich wie das, was üblicherweise von Beratern diktierte Programme absondern, wenn sie denn mal etwas absondern.

Parallel – und dadurch wird die ganze Sache pikant – wurde berichtet, Jump wäre inhaltlich aufgebohrt worden. Gibt es da etwa Zusammenhänge?
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Erfolgreiche Nachhilfe auf der (Pop Up Leipzig

Wir bedanken uns bei der (Pop Up Leipzig und allen, die den sächsischen Radiosendern bisher mit ihren Empfehlungen bzw. ihrer Musik Nachhilfe geben wollen.

Die Materiallieferung vom (Pop Up-Wochenende am 7. und 8. Mai 2010 umfasst:

lost.minds – www.myspace.com/lost.minds (Jena/Berlin)
Kein Bock auf Nazis – www.keinbockaufnazis.de (Deutschland)
Standek – www.myspace.com/standek (Saalfeld/Jena/Dresden/Leipzig)
The Hi-Fly Orchestra – www.myspace.com/thehiflyorchestra (München)
Pinksnotred – www.myspace.com/pinksnotred (Mainz)
Polska Roots – www.myspace.com/eastblokmusic (Berlin)
Dufferpit – www.myspace.com/dufferpit (Dresden/Leipzig/Berlin)
Balkangrooves – www.myspace.com/eastblokmusic (Berlin)
Omaha Records – www.omaha-records.de (Deutschland)
Herr Hund – www.myspace.com/herrhund (Münster)
Waggle-Daggle-Label – www.myspace.com/waggledaggle (Berlin/Freiburg)
Godot – www.myspace.com/enattendantgodot (Braunschweig)
Julian Gerhard – www.myspace.com/jonaskoehl (Münster)
A5 Richtung Wir – www.myspace.de/a5richtungwir (Freiburg/Karlsruhe/Stuttgart)
_pappmaché – www.myspace.com/pappmaschee (Hamburg)
Selah Sue – www.myspace.com/selahsuemusic (Belgien)
Wortfront – www.myspace.com/wortfront (Berlin)
Grete Fisch – www.myspace.com/gretefisch (Sachsen)
Novu – www.myspace.com/novumusic (Leipzig)
Uriko – www.myspace.com/urikomusic (Aue/Bamberg/Dresden/Jena/Leipzig/München)
Tempomatador – www.myspace.com/tempomatador (Kassel)
Kommando Elefant – www.myspace.com/kommandoelefant (Österreich)
Swim – www.swim-music.de (Berlin)
Mikrokleinstgarten – www.myspace.com/mikrokleinstgarten (Dresden)
Asuryan – www.myspace.com/asuryanband (Deutschland)
Detector.fm Akustik Sessions – http://detektor.fm (Leipzig, www)
Elektroboys – www.myspace.com/elektroboys (Deutschland)
SweetHome Records – www.sweethomerecords.com (Limbach-Oberfrohna)
Freddy Fischer and His Cosmic Rocktime Band – www.freddyfischer.de (Berlin)
Bobby Pins and The Saloon Soldiers – www.myspace.com/bobbypinsandthesaloonsoldiers (Sachsen)
Crashing Dreams – www.myspace.com/thecrashingdreams (Leipzig/Süssen)
Neerström – www.myspace.com/neerstroem (Hannover)
Meniak – www.myspace.com/meniakmusic (Chemnitz/Dresden/Markneukirchen/Jena/Nürnberg)
Stalin vs. Band – www.myspace.com/stalinvsband (Dresden)
The Who The What The Yeah – www.myspace.com/twtwty (Wien/Österreich)
Ship Of Ara – www.myspace.com/shipofara (Essen)
Suralin – www.myspace.com/suralinmusik (Hohenstein-Ernstthal)
Phantom Stars – www.myspace.com/phantomrockstars (Leipzig)
Return To Peeze – www.myspace.com/returntopeeze (Deutschland)
Symbiont-Music – www.myspace.com/symbionts (Berlin)
Mjuix – www.myspace.com/mjuix (Leipzig)

Aus Zeitgründen ist noch unklar, wann wir die Musik ins Radio bringen (irgendwann im Juni) – Ihr könnt die Aktion deshalb weiterhin unterstützen, indem Ihr uns Eure Musik bzw. Wunschlieder schickt, die unbedingt einmal in sächsischen (Jugend)Radiosendern gespielt werden sollen, es aber bisher nicht in die Rotation geschafft haben. Alle Infos zur Aktion findet Ihr hier.

Hoffnungsschimmer oder schlechter Witz? JUMP ist Medienpartner des MELT-Festival

Das Line Up des Melt Festival und die Rotation auf MDR JUMP könnten innerhalb der Popwelt kaum weiter auseinander sein.

Massive Attack. Goldfrapp, DJ Shadow, Jónsi, Shout out Louds, Booka Shade, Kings of Convenience, Kele, Turbostaat, Blood Red Shoes, Saalschutz, Beta, Ellen Alien, Matthias Tanzmann, The XX, Get Well Soon, Ja, Panik, Tiefschwarz und und und, wann bitte lief denn so was zuletzt im Hauptprogramm von JUMP?

Umso erstaunlicher also, daß der öffentlich-rechtliche Spaßfunk JUMP plötzlich als Medienpartner des Festivals auftaucht und die Frage stellt sich:

Ist das ein Hoffnungsschimmer? Haben die Verantwortlichen bei JUMP unsere angekündigte “Musiknachhilfe” vielleicht selber in Angriff genommen und ihre Redakteure zum “Indie-Seminar” Melt geschickt? Erwartet uns demnächst ein musikalischer Richtungswechsel mit mehr Bandbreite, mehr Abwechslung, mehr Tiefe, mehr Indie und somit auch einer deutlichen Abgrenzung von den Privaten?

Oder ist eher andersrum zu erwarten, daß die Ausrichter des MELT Festivals demnächst mehr auf das typische Liquido hörende JUMP Publikum zielen und auch dieses Festival dem Mainstream-in-Mallorca Syndrom anheim fällt?

Oder ist es einfach nur ein strategischer Schuss in den Ofen? Bei der Vorstellung, daß das berüchtigte JUMP Promotion Team mit seinen Pumuckl-Perücken und den grünen Overalls über das Festival hoppelt, welches als eins der letzten unabhängigen Events mit Seele und Herzblut durch die faden Festivalgewässer schippert, wird mir irgendwie ganz anders..

Was denkt Ihr darüber? Wie soll man diese Medienpartnerschaft deuten?

Newsletter: Petition abgelehnt – Die DEMO-Demo “Musiknachhilfe” – Festivaltickets gewinnen

Hallo zusammen,

es gibt einige nicht so schöne Nachrichten und einige Trostpreise……

ZUR PETITION:

Nachdem wir Anfang März noch verkünden mussten, dass auch nach 9 Monaten nur ein Posteingangsstempel auf unserer Petition für ein besseres Radio prangt, erhielten wir mittlerweile tatsächlich eine Art Ablehnungsbescheid vom Landtag mit der knapp zu fassenden Aussage, in keinem der genannten Punkte zuständig zu sein.

Es gäbe eben keine Frequenzen, der MDR Rundfunkrat müsse sich um JUMP und die Überprüfung der nötigen Anforderungen seitens des Rundfunkstaatsvertrages kümmern und Förderprogramme für nichtkommerzielle Radioprojekte seien Aufgabe der SLM.

Wir hatten schon gehofft, dass wir zu Gesprächen geladen werden und es zu einer öffentlichen Diskussion im Landtag um die Situation der Radiolandschaft für Jugendliche in Sachsen kommt.

Nachlesen könnt Ihr das Schreiben des Petitionsausschusses hier

DIE “DEMO-Demo”: MUSIKNACHHILFE FÜR JUMP & NRJ – JETZT GÄSTELISTENPLÄTZE FÜRS ORANGEBLOSSOMSPECIAL GEWINNEN

Aufgeben gilt nicht und deswegen versuchen wir jetzt mal, mit den Sendern in Dialog zu treten, die bereits da sind…

Wir riefen ja bereits dazu auf, dass jede Band, jeder Produzent, jedes Label aus Sachsen bei uns CDs einreichen kann, die wir dann hoffentlich in möglichst großer Gruppe kurz vor den Ferien in Form einer DEMO-Demo zu genannten Sendern bringen, ganz einfach, um zu zeigen, was für musikalisches Potential in Sachsen steckt, das es leider nie in die Radiorotation schafft.

Dazu nehmen wir auch am 7. und 8.5. an der (Pop Up – Messe in Leipzig teil und treiben dort die Aktion „Musik-Nachhilfe für NRJ und JUMP“ noch einmal so richtig an.

Aber auch andere sachdienliche Hinweise, welche Musik Euch in den aktuellen Rotationen der regionalen Radiosender fehlt, sind erwünscht. Da wir es erst im Juni schaffen, die CDs an die Sender zu übergeben, könnt Ihr gerne auch noch bis dahin Eure Musik einsenden.

Also bringt Eure Musik zu unserem Stand auf der (Pop Up, wir bringen sie ins Radio!

Alle Infos zur Aktion hier

Übrigens: Unter allen Musiklieferanten, die bis zum 15. Mai bei uns Musik einreichen, verlosen wir zwei Gästelistenplätze für das supernette Festival ORANGEBLOSSOMSPECIAL, wo vom 21. – 23. Mai unter anderem William Fitzsimmons, Kante sowie Savoy Grand am Start sein werden! Und auch die wunderbaren Garda aus Dresden!

Die Ergebnisse vom ersten Radiostammtisch liefern wir Euch in Kürze nach, aber auch auf Seiten der Radiomacher tut sich was!

Das Schweigen im sächsischen Walde

Apollo hat tatsächlich ernst gemacht. Um Geld allein kann es da wirklich nicht mehr gehen.

PM von ColoRadio zur angedrohten und heute erfolgten Abschaltung der freien Radios in Sachsen.

Das private Klassikradio Apollo hat am Mittwoch (14.4.) angekündigt, die freien Radios Sachsens zum Samstag den 17.4. abschalten zu lassen. Mit diesem Schritt soll die sofortige Zahlung der anteiligen Sendekosten erzwungen werden. Apollo verstößt damit gegen geltendes Rundfunkrecht. Es existiert aber kein rechtskräftiger Vertrag mit Apollo, mit dem diese Zahlung abgesichert wäre. Unser Rechtsanwalt hat in den vergangenen Monaten immer wieder Vorschläge an Apollo gesendet – es kam nichts zurück.

Es ist uns nicht möglich, eine solche Zahlung städtischer Gelder ohne Vertrag und ohne jegliche Rechtsgrundlage zu verantworten, zumal diese noch gar nicht freigegeben wurden. Schliesslich erbringt Apollo weder eine Leistung für coloRadio noch existiert eine Vertragsbeziehung. Von den freien Radios gemachte Vertragsvorschläge zur Klärung der Situation wurden von Apollo abgeblockt. Trotz der inzwischen sichergestellten Finanzierung von 2 der 3 sächsischen freien Radios für dieses Jahr hat sich Apollo zu einem konfrontativen, erpresserischen Vorgehen entschlossen, damit eine rechts- und zukunftssichere Lösung torpediert und alle Menschen brüskiert, die sich für eine politische Lösung des Problems eingesetzt haben wie z.B. den Dresdner Stadtrat.

Gleichzeitig wird mit der Abschaltung der freien Radios eine der Errungenschaften der friedlichen Revolution 1989 vernichtet und die unbezahlte Arbeit unzähliger ehrenamtlicher RadiomacherInnen in den letzten 20 Jahren mit Füßen getreten.

Daher fordert coloRadio die Betreiberin von Apollo – die Sächsische Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co. KG auf, von Ihrem geplanten Vorgehen abzusehen. Gleichzeitig hoffen die sächsischen freien Radios weiter auf politischen Lösung für die Finanzierung ihrer jährlichen Sendekosten von 40.000 € aus GEZ-Gebühren, wie es in anderen Bundesländern üblich ist. Dazu gibt es am 3. Mai um 10.00 Uhr eine öffentliche Anhörung im sächsischen Landtag in Dresden. Alle Interessierten sind eingeladen, dorthin zu kommen

.

Radio-Stammtisch von Campusradio & BISS.FM

Liebe aktiven Radiomacher und Podcaster aus Dresden, Sachsen und der Welt,

wie bereits im letzten Newsletter angekündigt, haben einige Aktive aus Dresden einen “Radio-Stammtisch angeregt.

Der Stammtisch will/soll die Radio- und Podcastproduzenten in Dresden (und Sachsen) vernetzen, eventuell BISS.FM als Plattform für Radiomacher in Sachsen weiter entwickeln oder eine neue Plattform aufsetzen und diskutieren, welche Möglichkeiten es gibt, die Situation der Radiomacher zu verbessern bzw. welche Probleme die einzelnen Akteure haben.

Es geht wirklich nur um die Bedürfnisse der Macher, nicht der Hörer (die aber im Zweifel auch hoffentloch profitieren :-)

Freundlicherweise hat sich das Team vom Uni/Campusradio Dresden bereit erklärt, diese Treffen in ihren neuen Räumlichkeiten durchzuführen. Wie oft dann später Bedarf besteht (wöchentlich, monatlich) wird sich zeigen.

Das erste Treffen findet sehr kurzfristig am DIENSTAG, DEN 13.04. statt. Wir treffen uns um 19:Uhr im Büro -> Wohnheim: Fritz Löffler Strasse 16 (direkt an Haltestelle Reichenbachstrasse), -> Nebeneingang, Klingel 341

Themen sind u.a.

- Kurze Einführung zum Stand von BISS.FM (Sebastian)
- Kurze Einführung zum Stand vom Uniradio (Tobi)
- Überblick der Teilnehmer und Bestandsaufnahme weiterer Radio/Podcast-Angebote in Dresden
- Campusradio plant intensiven Relaunch (Name / Strukturen)
- Kann dies eventuell eine Möglichkeit sein, ein größeres neues Projekt zu starten?
- soll/kann BISS.FM als Plattform der Macher genutzt werden?
- Wie kann eine solche Netzwerk-Plattform strukturell aufgebaut sein?

Bitte schickt eine kurze Mail an sebastian@biss.fm, um euch anzumelden. Kostet natürlich nix, Getränke sind aber selber mitzubringen..

Sputnik in Farbe: “Die-Sendung-wo-noch-keiner-wissen-darf”

Klingt spannend: Felix Huegel schreibt über ein neues Projekt auf Sputnik

“Ab 18. April wird es sonntags von 14 bis 18 Uhr eine Community-Show namens Buntfunk geben – die mySPUTNIK am Sonntag ersetzen wird.

Buntfunk ist gleichzeitig Radio- und Online-Fernsehsendung. Die Schwierigkeit: Sie muss im Radio wie eine Radiosendung wirken, im Internet wie eine Web-TV-Show. Vier Kameras zeichnen die Sendung aus dem einer Küche nachempfundenen Studio auf, moderiert wird sie von Andrea Alic.”

Das Dresdner TwitnRoll-Radio hat ja duchaus vorgemacht, wie so ein Community-Radio im Kleinen funktionieren kann. Der Dialog mit den Hörern läuft sehr persönlich und in Echtzeit via Twitter, Chat, Facebook und Telefon, die Webcam zeigt das lebendige “Studio” (ein typisches Büro eines Kreativen), in dem immer wieder auch unerwartet Besucher aufkreuzen. Lokale Bands und Producer werden gespielt und sogar live präsentiert, die Themen im sozialen Netzwerk gemeinsam er- und ausgearbeitet.

Ähnlich stelle ich mir das auch jetzt bei BUNTFUNK vor, wundere mich nur ein wenig über den seltsamen Starttermin 18. April, denn da beginnt ja schließlich die Zeit, wo man eher den Sonntag wieder draußen verbringt, ein Start im Herbst hätte sicher noch mehr Zugkraft gehabt.

So, again, boys & girls in Sachsen: it´s up to you:
Werdet Communitymitglieder, werdet Fans auf Facebook, verschafft Euch Gehör und zeigt den Machern beim MDR, daß wir für unser GEZahltes Geld innovativen und ansrruchsvollen Jugendfunk erwarten und kein “JUMP around lie Hampelmann”.

Antwortschreiben des Petitionsausschuss

Zum Lesen bitte Bilder anklicken! Detaillierte Kommentare von uns zur Antwort vom Petitionsausschuss folgen später mit einer offiziellen Stellungnahme auch gegenüber der Presse! Grundsätzlich darf man zusammenfassen, daß die Landesregierung sich in den meisten Fällen nicht für zuständig hält und sich zum Thema “verfügbare Frequenzen und verkürzte Ausschreibungen wegen anstehender Digitalisierung” nur sehr vage bzw. gar nicht äußert.

Wir haben – ehrlich gesagt – nicht wirklich unbedingt mit einem anderen Ergebnis gerechnet, aber durchaus auf eine persönliche Anhörung gehofft oder eine Behandlung durch die Fachgremien statt das wir nur dieses Antwortschreiben vom Ausschuss selbst zurück bekommen! Über 3.500 Unterzeichner sind ja keine verrückte Freaktruppe! Nun denn, natürlich wird das nicht bedeuten, daß BISS.FM sich nicht weiter einsetzt für besseres Radio in Sachsen!

So wie es derzeit aussieht, wird BISS.FM sich in zwei Arbeitsgruppen

1. Für die “Kleinen” einsetzen!

sprich, auf BISS.FM eine Plattform interessierter Podcaster und Radiomacher entwicklen, über das man die Programme, aller sächsischer (und befreundeter) Radiostreams erfahren kann und per Twitter & Co auf Porgramme hingewiesen wird usw.. Hierzu bildet sich wie im letzten Newsletter erwähnt eine eigene Arbeitsgruppe – Interessenten melden sich weiterhin gerne jederzeit!

2. die Großen “bearbeiten”

sprich, eine Arbeitsgruppe aufbauen, die sich konstruktiv mit dem MDR (aber auch den privaten Sendern) auseinandersetzen wird!

Die Frage ist einerseits, ob es nicht doch Lösungen und Wege für eine Programmreform beim MDR gibt, die die 4 verfügbaren Frequenzen (siehe unten) “besser” nutzt! Zum Beispiel, in dem MDR FIGARO und MDR INFO zu einem Kultur- und Informationssender zusammen geführt werden! Immerhin gibt es mit Deutschlandradio und Deutschlandfunk Kultur bereits zwei andere sehr Kultur- und Informationshaltige Sender für Erwachsene via UKW. Oder ob man aus JUMP und SPUTNIK nicht einen Sender machen kann, der sich an Radio 1 orientiert! SPUTNIK selbst könnte dann als reiner Internetsender ja noch risikofreudiger und experimenteller arbeiten!

Unsere Ziele heißen immer noch:
Mehr Vielfalt, mehr Anspruch, mehr Niveau, mehr Engagement für die regionale Kreativwirtschaft! Die derzeitige Situation ist scheiße! Und wenn die Landesregierung nichts ändern kann, dann müssen es am Ende die Sender tun…?!?!?!

Petitionsantwort_1

Petitionsantwort_1


Seite 2

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Hau bloß App! Gedanken über den Umgang des öffentlich rechtlichen Rundfunks mit Jugendlichen

Ein bewusst eher plakativer Beitrag zum Thema “öffentlich-rechtlicher Umgang mit Jugendlichen”, den ich ungefähr so wie er hier steht vor “politischen Vertretern” (Bekanntenkreis der Familie) bei einem eher inoffiziellen Treffen vortragen durfte/wollte/konnte. Der Text muss ja nicht auf meinem PC versauern. Wundert euch also nicht über die Sprache an der einen oder anderen Stelle, die Zuhörer waren alle NOCH ÄLTER als ich! Und zwar wesentlich :-) Es ging hier weniger um BISS.FM als um die Frage, was der öffentlich rechtliche Rundfunk denn für die Zielgruppe der 13-17jährigen tut, insbesondere im TV.

……….

Sehr geehrte Damen und Herren,

es war auch 1987, also als ich 14 war, nicht entspannend, Jugendlicher zu sein. Pickel waren nicht wirklich seltener als heute und die Annahme „ohne Markenjeans keine Chance bei den Mädchen“ galt genauso wie heute. Und die Alten haben damals genauso über die Jugend geschimpft wie heute und bei den alten Wikingern.

Nur wurde das Gezeter gegen „die Jugend“ im Lauf der letzten Jahre durch wahre Hetzkampagnen der Medien derart aufgeputscht, dass man als unbeteiligter Kinderloser zwangsläufig fürchten muss, es gäbe nur noch hyperaktive, ausländische oder faschistoide, spielsüchtige Säufer: Brutal, respektlos und ohne jeden Glauben an eine Zukunft.

Dabei sind es doch gerade die Medien, die die 13 – 17jährigen alleine lassen mit einer Monokultur aus Kommerz und – Entschuldigung – Quatsch. Und insbesondere die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten beschuldige ich in diesem Zusammenhang der fahrlässigen Unterlassung jugendgerechter Angebote.

Denn während Kindern bis 13 Jahren in den Medien ungefähr fast so viel Beachtung geschenkt wird wie erwachsenen Volksmusik- und Karnevalfans, wird der Pubertierende in eine mediale Zwangsjacke der privatwirtschaftlichen Dummheit gesteckt, die unser Land eindeutig nicht als die Bildungsnation präsentiert, die wir uns nach wie vor herbeireden. Das gilt insbesondere für TV.

Kindern wird mit dem Kinderkanal (Kika) ein eigener öffentlich-rechtlicher TV-Kanal geboten. Dieser bietet größtenteils wirklich sehr gut gemachtes, kindgerechtes Fernsehen. Dazu kommen am Wochenende Kinderfilme und –sendungen in den Hauptprogrammen und in den Dritten, vom Sandmann bis zur Sendung mit der Maus.

Komischerweise erwarten all die Bildungsweisen bei ARD und ZDF offenbar, dass sie damit bis zum 12. Lebensjahr Tagesschaugucker und Spiegelabonnenten herangezüchtet haben, denn danach kommt: Nichts! Absolut gar nichts. Jedenfalls nichts altersgerechtes. Wer vier Jahre lang LOGO gesehen hat, also die Nachrichtensendung des Kinderkanals, der ist reif für die Tagesschau? Ich bezweifle das! Stattdessen wird der Jugendliche zwangsläufig ins Reich der privaten Sender und einem Mix aus „Deutschland sucht den nächsten Trottel“ und Werbung gedrängt. Weder auf ARD oder ZDF noch den vielen Ablegern findet sich ein Sender, der sich konsequent zur Aufgabe macht, Jugendliche mit anspuchsvollen Inhalten zu versorgen.

Die wollen es doch nicht anders, hör ich es rufen? Hat das denn irgendjemand je versucht, herauszufinden? Gilt das wirklich für alle?

Es gibt so unendlich viele Sorgen und Nöte unter Jugendlichen: Sexualität, Berufsauswahl und Karrierechancen, Ausländerfeindlichkeit, Gruppenzwänge, Alkohol und Drogen, schulischer Druck und Probleme im Elternhaus, Handy-Schulden, Existenzängste, Hartz4, Bundeswehr, Cybermobbing, politische Unsicherheit.

Überall in der Welt sind diese Probleme im Grunde gleich! Und nicht zuletzt deshalb gibt es so viele tolle Spielfilme, Fernsehfilme und Dokumentationen darüber, die nicht nur aufklären sondern auch und vor allem das Gefühl vermitteln, nicht alleine zu sein mit seinen Problemen. Aber kein deutscher TV Sender zeigt diese. Im Gegenteil lernen wir dank ewig grinsender und lästernder Moderatoren Charakteeigenschaften wie Diskreditierung Unterlegener als Standard einzuschätzen. Statt Identifikationsfiguren für diejenigen anzubieten, die sich nicht stark und selbstsicher fühlen, lernen wir, dass man als „Loser“ ohne Talent als Fußballer, Musiker oder Model stets damit rechnen muss, öffentlich zur Schau gestellt zu werden.

Machen Computerspiele einsam? Oder spielen Einsame viel am Computer?

Sie denken, Computerspiele machen einsam und aggressiv? Ist es nicht viel eher so, dass Einsamkeit zum Spielen am Computer reizt und jegliche Alternativen fehlen? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, daß Einsamkeit und Leere Auslöser sind fürs Zocken (bei den einen) oder für Frust und Aggression (bei den anderen), als dass das Zocken selbst Auslöser für Gewaltphantasien oder sogar -taten ist? Kann es sein, daß derzeit die TV Anstalten eine Politk fahren, nach der man Jugendliche permanent als Spielsüchtig zeigt, ihnen aberselbst keine innovativen, interessanten und inhaltlich spannenden Angebote liefert?

Es ist doch interessant: Reden wir über den Alkoholmissbrauch Erwachsener, so reden wir meist davon, dass fehlende Beschäftigung (sprich Arbeitslosigkeit) der Grund dafür ist und nicht, dass die Mehrheit ihren Job durch den Alkoholismus verliert, dessen Ursache in der Werbung zu suchen sei. Bei Jugendlichen dagegen sprechen wir davon, dass die Werbung schuld ist am Alkoholmißbrauch, reden über entsprechende Verbote und hoffen, dass es davon alleine besser wird. Kann es nicht sein, dass die Ursachen die gleichen sind? Das Gefühl, nicht gebraucht zu werden? Nicht ernst genommen zu werden? Welcher heute 14jährige soll allen ernstes als Erwachsender noch den Sinn gebührenfinanzierten Fernsehens verstehen, wenn er von diesen als Jugendlicher nichts geboten bekommen hat? Weder im Fernsehen, noch im Radio.

Dort, also im Radio, zeigt sich das Dilemma bei uns in Sachsen von der allerschlimmsten Seite. Der öffentlich rechtliche Sender für junge Leute hier nennt sich JUMP uns ist tatsächlich oftmals selbst von ausgewiesenen Medienprofis an der Klangfarbe nicht als öffentlich rechtlicher Sender zu identifizieren. Das wäre soweit nicht so schlimm, würde das gleichzeitig immer noch betriebene Jugendformat SPUTNIK mit wirklich anspruchsvollen Themen und einer fast fünfmal so großen Musikauswahl auch über UKW ausgestrahlt werden. SPUTNIK allerdings ist in Sachsen nur via Internet zu empfangen, wo nicht wenige politische Vertreter dieses Landes auch die freien Radios gerne sehen würden.

Was für eine schizophrene Argumentation ist das nur, in der das Internet immer dann als Allheilmittel herhalten muss, wenn es gerade besser passt („Wozu denn Sputnik auf UKW? Die Jugendlichen sind doch eh die ganze Zeit nur im Netz!“), aber gleichzeitig verteufelt wird, wenn es um die Themen Gaming, Cybermobbing oder schulische Recherchen geht („Die Jugendlichen wissen doch gar nicht mehr, wie man ein Buch liest“).

Auch hier das Totschlagargument Nr. 1: Die wollen es doch gar nicht anders. Wie aber erklärt es sich dann, dass der öffentlich rechtliche Sender Fritz das erfolgreichste junge Programm in Berlin und Brandenburg ist und nicht seine vielfältigen privaten Konkurrenten?

Ich würde mir wünschen, wir würden in Zukunft wieder seltener darüber streiten, ob die öffentlich rechtlichen Sender iPhone-Apps produzieren dürfen (bei einer Verbreitung des iPhones von unter 5%) sondern häufiger über Inhalte.

Ich wünsche mir einen öffentlich rechtlichen Jugend-TV-Sender, der deutschlandweit zu empfangen ist, werbefrei anspruchsvolle Inhalte für Jugendliche bietet und im besten Fall eine (redaktionell betreute) Brücke schlägt zwischen realem Leben und Internet. Der Jugendliche an die Hand nimmt und ihnen Lebenswege aufzeigt, die auch ohne das Erreichen von Ruhm und Ehre Erfüllung finden.

Ich wünsche mir ein flächendeckendes Netz öffentlich rechtlicher Jugendradios, die an diese Dachmarke angebunden sind und dieses Format im regionalen weiterführen (ähnlich wie Radio Fritz in Berlin/Brandenburg oder auch Sputnik im mitteldeutschen Internet).

Ich wünsche mir Radiosender, die sich wieder als Entdecker neuer Musik sehen und nicht als Verwerter dessen, was Castingshows im TV zu Ruhm gebracht haben. In einer Schulklasse sitzen 20 Jugendliche und meiner Erfahrung nach somit mindestens 10 verschiedene Musikgeschmäcker. Wieso also erlaubt sich dann selbst das öffentlich rechtliche Radioprogramm, sich aus diesen Musikrichtungen nur die zwei heraus zu picken, die die meisten Fans hat?

Wir reden vom Wandel zur Wissensgesellschaft, von der Entwicklung von Industrie zu Kreativwirtschaft. Wäre es da nicht gut, wenn gerade der öffentlich rechtliche Rundfunk seinen Teil dazu beitragen würde, dass insbesondere die junge Kreativwirtschaft (Film, Musik, Literatur) eine Plattform erhält? Und erst recht eine Plattform, die unsere Jugend darauf vorbereitet? Eine öffentlich rechtliche Plattform, die sich ihrer Aufgabe im Bereich der (vor allem übrigens politischen) Bildung bewusst wird?

Ich finde: Ja! Mehr jedenfalls, als daß wir Erwachsenen einen Anspruch auf Karneval, Nationalmannschaft oder Marienhof im Fernsehen haben. Wir könnten für diese Inhalte einzeln zahlen, wir wären in der Lage, selbst zwischen Werbefinanzierung, Gebührenzahlung oder on demand Bezahlung zu wählen…Der 15jährige kann das nicht und der ist in der Phase seines Lebens, in der er am meisten beeinflussbar ist, sowohl politisch als auch im Hinblick auf Freizeitgestaltung und Konsumverhalten.

Die “DEMO-Demo”: Musiknachhilfe für JUMP und NRJ

Für mehr regionale Musik und mehr Abwechslung!

Leider scheinen die Redakteure von JUMP und NRJ so beschäftigt zu sein, daß Sie keine Zeit haben, sich mit neuer Musik auseinander zu setzen; Schon gar nicht mit Musik aus der Region für die und in der sie senden! Was natürlich extrem schade ist.

Darum könnt ihr uns Eure Eigenproduktionen oder Eure Wunschtitel jetzt als CD schicken und wir bringen Eure Musik dann ins Radio! Zumindest in die Studios von JUMP und NRJ. Der eine oder andere mag es Flashmob nennen, wir nennen es Nachhilfe.

Also: Einfach Lieblingslieder auf CD brennen, die nie im Radio laufen oder die Aufnahmen Eurer Band eintüten und ab damit an:

BISS.FM
TIECKSTR. 9
01099 DRESDEN

Bitte alles gut beschriften und auf einem Beipackzettel Eure Wünsche an ein besseres Radio erwähnen. Wenn ihr zu beiden wollt, dann natürlich 2 CDs, ansonsten bitte Hinweis, zu welchem Sender Eure CD gehen soll!

Außerdem habt ihr die Möglichkeit, Eure CDs zu (pop up Messe (7. und 8. Mail in Leipzig) zu bringen. Welche Partner von uns dort Eure CDs entgegen nehmen oder ob wir sogar einen eigenen Stand aufbauen werden, darüber informieren wir Euch hier an dieser Stelle und wie immer am schnellsten via Facebook und Twitter

Stand 16.03.2010 : ca 31 CDs (davon erst 4 von sächsischen Bands)

Winterschlaf is over!

Liebe Mitstreiter/innen,

der Winterschlaf ist vorbei und auch wir sind aufgewacht. Wir möchten Euch daher informieren über

* STAND DER PETITION
** AKTION: WIR BRINGEN EURE MUSIK INS RADIO (NRJ und JUMP)
*** TRENNUNG VON BISS.FM IN ZWEI ARBEITSGRUPPEN
**** UND SONST SO? DJ-ROOKIEBATTLE // SCHEUNE AKADEMIE

*STAND DER PETITION

Wenn eine neue Landesregierung für gut sieben Millionen Euro ein neues Nationalmuseum plant und gleichzeitig die Unterstützung der Jugendhilfe um die selbe Summe kürzt, dann ist die Jugend ganz offenbar nicht die Zielgruppe, um die sich vorrangig gekümmert wird. Es wundert also kaum, daß wir bisher aus dem Landtag nichts weiter erhalten haben als einen Eingangsstempel für unsere Petition.

Wahrscheinlich hätten wir also ein Rundfunkmuseum fordern sollen und kein Jugendradio!

Wir jedenfalls ändern bzw. ergänzen daher unsere Strategie. Statt nur einen neuen Sender zu fordern, werden wir einfach den bestehenden helfen, sich zu verändern. Wir haben folgende Aktion ins Leben gerufen:

** WIR BRINGEN EURE MUSIK INS RADIO (JUMP / NRJ)

Offenbar haben die Redakteure der beiden “jungen” Sender in Sachsen (JUMP und NRJ) keine Zeit, sich mit neuer Musik (Pop, Indie, HipHop, Elektro, Songwriter) zu beschäftigen. Sonst würde ja nicht permanent das Gleiche laufen, oder? Also helfen wir ihnen und sammeln bis zum 15.04.2010 die Aufnahmen Eurer Bands und die Lieblingslieder enttäuschter Radiohörer und bringen diese dann gesammelt ins Radio. Zumindest in die Funkhäuser.

Also: Einfach Lieblingslieder auf CD brennen, die nie im Radio laufen oder die Aufnahmen Eurer Band eintüten und ab damit an:

BISS.FM
TIECKSTR. 9
01099 DRESDEN

Bitte alles gut beschriften und auf einem Beipackzettel Eure Wünsche an ein besseres Radio erwähnen. Wenn ihr zu beiden Wollt, dann natürlich 2 CDs, ansonsten bitte Hinweis, zu welchem Sender wir Euch bingen sollen..

Auch Bücher, Briefe, Artikel, die die Redaktion unbedingt gelesen haben sollte, überbringen wir gerne.
Wir empfehlen an dieser Stelle außerdem ausdrücklich das Folgen auf

http://twitter.com/bissfm

und/oder

http://www.facebook.com/#!/group.php?gid=57101640939

um immer schnell informiert zu sein!


*** TRENNUNG VON BISS.FM IN ZWEI ARBEITSGRUPPEN

In Zukunft wollen wir die Themenbereiche deutlicher trennen und zwei „Arbeitsgruppen“ bilden! Geplant ist ein „Macher-Stammtisch” für Radio&Podcast Produzenten und die „Arbeitsgruppe Radiohörer“!

Die Arbeitsgruppe “Radiohörer” wird sich vor allem der Forderung nach der Ausstrahlung eines weiteren Jugendradios via UKW in Sachsen widmen, ist also sozusagen eher die “Protestgruppe”. Wer dort dabei sein will, meldet sich bitte bei sebastian@biss.fm, er wird Euch dann zum nächsten Treffen einladen.

Der Macher-Stammtisch will die Radio- und Podcastproduzenten in Sachsen vernetzen, BISS.FM als Plattform für Radiomacher in Sachsen weiter entwickeln und diskutieren, welche Möglichkeiten es gibt, die Situation der Radiomacher zu verbessern. Wer hieran Interesse hat, sende bitte eine E-Mail an irmgard.lumpini@biss.fm, die das erste Treffen organisieren will.

Für den Anfang haben wir auf BISS.FM mal angefangen, alle Sendungen aufzuzeigen, die uns positiv aufgefallen sind.

Gedacht ist, daß sich beide Gruppen einmal im Monat zu einem Stammtisch treffen, den jeweils einer aus der Gruppe in seiner Stadt organisiert, der dann aber für jeden offen ist.

****UND SONST SO? DJ ROOKIEBATTLE / SCHEUNE AKADEMIE

Um den Nachwuchs im Bereich Drum’n'Bass kümmert sich BISS.FM als Partner vom Newcomer-Contest Rookiebattle 2010 des Dresdner Portals doubled-town. Bewerben können sich Nachwuchs DJs noch bis zum 14.03.2010. Wir hoffen, es wird möglich sein, das Finale mitzuschneiden und per Stream zu senden.

Die Vernetzung von Musik- und Filmszene will das 1. Musikbranchentreffen 2010 der Scheune Akademie erreichen. Unter dem Namen YOUSTIZ gibt es am 27.03. ab 10 Uhr Vorträge und Diskussionen zum Thema „Musikvideos – Gesetze, Geld und Geschichte(n)“. Und abends eine Labelnight der Chemnitzer Sweet Home Records.

Ebenfalls interessant für den Radiomachernachwuchs ist garantiert der Workshop „Musikkritik“. Musikkritiker kann zwar theoretisch jeder werden, aber wann ist eine Kritik eine gute Kritik? Lässt sich das Hören von Musik sprachlich umsetzen? Haben CD-Besprechungen ökonomische Auswirkungen? Reden Publikum und Kritiker die gleiche Sprache? Dies sind Fragen, die Andreas Körner (SZ / DNN) an vier bis fünf Terminen im April 2010 mit den Teilnehmern erläutert. Alle Infos dazu findet Ihr hier

Stay tuned!

Radio made in Sachsen (und umzu) für ohne Kohle (aber nicht umsonst)

Hier stellen wir einige Sendungen vor, die mind. einen oder zweinull oder drei der folgenden Parameter erfüllen:-)

  • Aus Sachsen oder Mitteldeutschland
  • Über Sachsen oder Mitteldeutschland
  • Großer “Indie”-Anteil in der Musik (Indie als “weit weg von den Charts)
  • Sympathische Moderatoren
  • Verdienen mehr Hörer
  • Moderatoren “arebiten” aus purer Leidenschaft und höchstens im Nebenberuf

Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit und unter ständiger Construction! We need your information!!


AUF COLORADIO und IN DRESDEN auf 98,4 & 99,3

Buschfunk
1. Sonntag 21-24 Uhr

Spur 1
1. Samstag 22-24 Uhr

Freestyle Radio
1. + 3. Freitag 20:30 – 23:00 Uhr

Colair.FM
1. Montag 22-23 Uhr

Sunday Eve Show
3. Sonntag 17-18 Uhr

Cosmic Listener
3. Sonntag 21-24 Uhr

Megabits & -hits
Jeden 1. und 3. Dienstag um 21:30 Uhr

Funkstube – Das CampusRadio Dresden
1 X im Monat (?) Samstags, 12 bis 14 Uhr

Cuts & Mouse
jeden 2. Samstag

Auf RADIO BLAU sowie IN lEIPZIG auf 99,2 MHz

bleephop
14-tägig Mittwoch 21-23 Uhr

electrigger
aller 4 Wochen Samstag 18-19 Uhr

Filmriss
Sa. 12-14 Uhr


The Fakecore Show

jeden Samstag 16-17 Uhr

Auf TwintrollRadio

TwitnRoll Radio
Mittwoch ab 20:30 Uhr


Auf MDR SPUTNIK

Intro/Sputnik Magazin
Donnerstag 22:00 Uhr

Makossa: Weltmusik vom Feinsten ab 22:00
Montags 22:00 Uhr

Soundcheck – neue Bands – ohne Majordeal
Dienstags

Debatte um freie Radios ein Ablenkungsmanöver: Insiderwissen oder Verschwörungstheorie?

Hallo ?,

wer auch immer Du bist, ich hoffe ebenfalls sehr, daß Du Dich irrst. Danke in jedem Fall für die Zusendung dieses interessanten Gedankens per e-Mail. Zwar muss ich jetzt mit dem Gefühl ins Bett gehen, Bestandteil/Opfer einer politischen Intrige zu sein. Aber damit kann ich am Ende besser umgehen als mit der neuen “Best of” von Fools Garden….:-)

Ich neige dennoch dazu, den Inhalt Deine Mail eher für eine nette Verschwörungstheorie zu halten als für Insiderwissen. Vor allem solltest Du die wirklich nennenswerten Kompromissvorschläge aufzeigen. Bisher kam da doch nur ziemlich arrogantes Verhalten zu Tage. 

Ich persönlich sehe ja eh vielmehr die größte Verantwortung für die Finanzierung der Bürgerradios bei den Städten und nicht bei den Privatradios und nicht beim Land, aber das ist ein Thema, über das ich schon seit Tagen bloggen möchte, aber keine Zeit finde. Sorry!

Lieber Sebastian

sogar bei Twitter kann man manchmal zwischen den Zeilen lesen und mit deinem letzten Tweet zur Debatte über die Finanzierung der NKL hast du unserer Meinung nach ein wichtiges Problem erkannt und genannt. Bei uns im Sender denken auf jeden Fall viele, dass euer Anliegen durch diese Diskussion nicht nur in den Hintergrund treten könnte. Wir vermuten sogar, dass es nur darum gegangen sein könnte, eurer Petition den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Das Argument ist einfach: Bei der Finanzierung der NKL geht es um gerade einmal 40.000 Euro! Und 40.000 Euro sind für den Zusammenschluss aller Privatsender in Sachsen auch in Zeiten der Krise keine Summe, die man plötzlich nicht bezahlen könnte! Eure Forderung nach einem weiteren Sender dagegen, würde bei erfolgreicher Umsetzung sehr, sehr viel Geld kosten. Ob ein neuer Sender Sputnik oder Motor heißen würde und egal ob der Werbung senden würde oder nicht. Jeder Alternative wäre eine echte Gefahr für die bestehenden Sender und den Verantwortlichen ging garantiert die Muffe, weil das Thema Digitalisierung ja auch bei den Sendern als erledigt betrachtet wird und somit eigentlich freie Frequenzen wieder ausgeschrieben werden müssten.

So aber werden ein paar Kompromisse ausgehandelt und Kooperationsbereitschaft gezeigt, und wenn dann eure Petition bearbeitet wird, kann sich jeder darauf berufen, dass man doch schon bei den NKL nachgegeben hat und das Maß jetzt voll ist. Auch die Politiker werden kein Interesse haben, sich dem Thema Radio schon wieder zu widmen. In jedem Falle würden sich die Privaten zurücklehnen, und auf Jump verweisen und fordern, dass sich erst einmal dort sich etwas ändern sollte, aber man selbst ja schon Opfer genug gebracht hat.

Ich hoffe nur, dass ich Unrecht habe [..]

Anmerkung: Mit NKL sind übrigens “nichtkommerzielle Lokalradios gemeint” (seb)

Stell Dir vor, es gäbe nur Proleten-Discos und ein besetztes Haus. Und das würde geräumt

Aufruf, auch für den Erhalt der Freien Radios zu unterzeichnen mit einigen Informationen und dem Versuch, die aktuelle Situation durch eine “Parabel” zu erklären.

Für ganz eilige, unterschreibt hier:
http://www.coloradio.org/bleibt, http://www.cms.radiot-chemnitz.de, http://radioblau.de, http://radio.fueralle.org

Liebe Unterzeichner/innen,

noch bevor unsere Petition im Landtag überhaupt zur Sprache gekommen ist, brodelt es schon an der nächsten Front und es bilden sich weitere Radio-Inititiativen in Sachsen. Grund ist die brenzlige Situation der Freien Radios, für die bisher Apollo (eine Koproduktion privater Radiosender in Sachsen) die sogenannten Sende- und Leitungskosten übernommen hat. Diese vertragliche Vereinbarung läuft wie berichtet zum 31.12.09 aus und wurde von Apollo nicht verlängert.. Zwar dürfen die Freien Radios weiter auf der Apollo-Frequenz senden, die Frage wird aber sein, wie diese die entstehenden Kosten tragen sollen.

Sicher: jeder mag seine eigene Meinung zu Qualität und Inhalten der Freien Radios haben, aber als Ausdruck wahrer Meinungsfreiheit und -vielfalt in einem demokratischen System ist und bleibt das Freie Radio auch in Zeiten des Internets ein enorm wichtiges Medium.

Und gäbe es in Sachsen nur einen einzigen professionellen (!) vernünftigen (!) regionalen (!) Sender mit anspruchsvollen (!) Inhalten, so wäre die Lücke zwischen Charts und Bierzeltwitzen pendelnden Sendern und den konzeptlosen (eben wirklich) FREIEN Radios auch nicht so groß wie jetzt und man würde garantiert viel häufiger mal bei Coloradio & Co vorbeiswitchen.

Stell Dir vor, es gäbe nur Proleten-Discos und ein besetztes Haus. Und das würde auch noch geräumt – dann kennst Du die Sächsische Radiolandschaft.

Aktuell kann man den Zustand der Sächsischen Radiolandschaft vielleicht so am besten beschreiben:  Stell Dir einfach vor, Du landest in einer Stadt, in der gibt es ein paar Großraumdiscos, in denen seit Monaten die selbe Playlist aus Schlagern, 80ern und aktuellen Charttiteln läuft, die alle das selbe Mobilar aufweisen und extrem witzige Türsteher haben. “Unterhaltung ist alles, wir ficken sogar Eure Bücher” steht auf einem Heckscheibenaufkleber eines getunten VW Golfs in einer ansonsten Aufkleber-, Plakat-, keim- und ideenfreien Zone.  Außerdem gibt es irgendwo ganz weit draußen am Stadtrand angeblich einen verschrobenen, chaotischen Undergroundkeller mit gemischter Toilette und immer Eintritt frei. Die Technik ist eher mies und das Programm nicht wirklich 100%ig vorhersehbar: Erwartest Du ein Konzert, findet eine politische Lesung statt. Erwartest Du morgens eine chillige Afterhour knallt Dir Crustcore um die Ohren.

Das findest Du schon geil, aber Du denkst: Da muss es doch einfach was dazwischen geben?!! Ich bin doch nicht der einzige, der nicht jeden Tag entweder von Mallorca oder von kultureller Anarchie träumt, oder? Aber leider: Es gibt nichts anderes! Und jeder Versuch, etwas Neues zu eröffnen, scheitert an nicht erteilten Lizenzen durch die zuständigen Behörden!

Und nun wollen die Discos auch noch den Kellerclub platt machen und die Behörden spielen hilflos, reiben sich die Augen oder gucken weg….

Unser (BISS.FM) wichtigstes Ziel bleibt die Einführung einer professionellen Alternative á la Sputnik, Motor.FM, Radio1 oder FM4 auf UKW und die Förderung nichtkommerzieller Radioprojekte im Internet! Als Ergänzung zu Dudelkanälen, nationalen Kulturradios UND den Freien Radios…….Platz genug wäre für alle!

Und darum heißt es, den “Behörden” weiter Druck zu machen.  Denn, liebe Sächsische Landesregierung, wie steht es auch in Eurer neuen Koalitionsvereinbarung:

Wir wollen eine vielfältige Medienlandschaft mit freien und unabhängigen Medien [...] erhalten, festigen und ausbauen.

Darum empfehlen wir:

Informiert Euch und unterschreibt für den Erhalt der freien Radios auf
http://ww.coloradio.org/bleibt (Dresden)
http://www.cms.radiot-chemnitz.de/ (Chemnitz)
http://radioblau.de/ (Leipzig)
http://radio.fueralle.org/ (Sachsenweit)

Freie Radios in Sachsen vor dem Aus? – Kundgebung morgen!

Mitteilung vom 25.10.2009
Inhalte: Kundgebung der freien Radios am Montag, den 26.10. in Leipzig, Hintergründe, Warum die geplante Digitalisierung statt Vielfalt bisher nur Einfalt bietet.

Liebe Unterzeichner/innen von BISS.FM,

immer deutlicher wird, wie schwerwiegend das Eigentor war, dass die sächsische Landesregierung sich mit der gesetzlichen Festlegung auf eine Abschaltung von UKW als Übertragungsweg ins Netz gelegt hat. Ein Eigentor per Fallrückzieher sozusagen, denn nach und nach erleben wir Rückzieher von Senden und ein fallendes Niveau des verbleibenden Angebots. Nun droht den freien Radios in Sachsen das Aus.

Aber von vorne:

Im Oktober 2008 haben BBC und Radio France Internationale (RFI) die Gemeinschaftsfrequenzen in Sachsen vorzeitig gekündigt. Die freigewordenen UKW Frequenzen wurden von der Sächsischen Landesmedienanstalt nicht neu ausgeschrieben, da einem neuen Sender nicht die gesetzlich vorgeschriebenen acht Jahre eingeräumt hätten werden können! Hintergrund: die Sächsischen Rundfunkgesetze sehen die Abschaltung von UKW als Übertragungsstandard für das Jahr 2014 vor. Noch jedenfalls.

Stattdessen wurden damals die Frequenzen im Freihandverfahren an bestehende Privatsender vergeben, die nun eben in einigen Regionen auf zwei Frequenzen senden.

Nun droht ein weiterer Verlust, denn am 13.10.2009 hat die Sächsische Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co KG, der Betreiber von Apollo Radio, die Kooperationsvereinbarungen mit den 3 sächsischen Freien Radios, Radio blau aus Leipzig, Radio t aus Chemnitz und coloRadio aus Dresden, gekündigt.

Apollo Radio ist eine Kooperation von PSR, R.SA und NRJ. Doch Apollo Radio ist noch mehr, denn Apollo teilt sich die Frequenzen mit den drei nichtkommerziellen Radios Radio blau, Radio t und Coloradio. Diese senden wöchentlich für 49 Stunden auf dieser Frequenz. Die Gesellschafter von Apollo Radio übernahmen dabei die Sende- und Leitungskosten für die freien Radios (40.000 Euro jährlich). Doch diese Vereinbarung läuft zum Ende diesen Jahres aus.

Die Gesellschafter von Apollo Radio waren dazu bereit, da man so auch verhindern konnte, dass ein weiterer, unabhängiger Programmveranstalter in den sächsischen Markt eindringt. Die Sächsische Landesmedienanstalt hatte vorab signalisiert, dass man auf diesem Wege das Hamburger Klassikradio, das sich auch um die Frequenzen beworben hatte, abwehren könnte.“ (Medienexperte Heiko Hilker)

Das Problem jetzt ist: Apollo will diese 40.000 Euro in Zukunft nicht mehr übernehmen und die freien Radios können sich diese nicht leisten. Die Landesmedienanstalt wiederum beruft sich darauf, dass Apollo zwar den freien Radios die Sendezeiten zugestehen muss, aber nicht gesetzlich verpflichtet sei, die Sendekosten mit zu tragen. Wenn also die freien Radios aus finanziellen Gründen auf ihren eigenen Anspruch auf Sendezeiten verzichten, so kann Apollo in Zukunft „alleine“ weiter senden. Passieren kann es aber auch, dass Apollo den Sendebetrieb ganz einstellt, da die Frequenz (siehe oben) zum derzeitigen Zeitpunkt eh nicht neu ausgeschrieben werden könnte und Apollo ja letztendlich nur ein reines Zuschussgeschäft ist.

Kommt es also zum worst-case-szenario, dann gehen nach BBC/Radio France auch Apollo und die freien Radios demnächst vom Netz und eine neue Ausschreibung findet nicht statt!

Die SLM, so viel wird deutlich, handelt RECHTLICH korrekt, nutzt aber eindeutig auch nicht die ihr gegebenen Spielräume, die sie wahrscheinlich hätte, um MORALISCH im Sinne der Hörer zu handeln! Insbesondere nicht der jungen, anspruchsvollen Hörer! Laut Pressesprecher Martin Deitenbeck im Interview mit der LIZ habe die SLM zwar die Aufgabe, nichtkommerzielle Radios zu ermöglichen, aber nicht das Recht, diese finanziell zu fördern.

Es ist schon unglaublich, was hier gerade passiert und es stinkt so dermaßen zum Himmel, dass es eigentlich auch schon wieder Chance sein kann, denn an die Abschaltung von UKW im Jahr 2014 glaubt doch wahrscheinlich niemand mehr. Weder in der Regierung noch bei den Radiosendern.

So heißt es zum Beispiel im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung: „Die Digitalisierung des Hörfunks in Sachsen erfolgt dabei in enger Abstimmung mit den anderen Bundesländern. Daran sollte sich auch der endgültige Termin für eine Abschaltung der UKW-Frequenzen in Sachsen orientieren, eine alleinige Abschaltung zum 31. Dezember 2014 soll es nicht geben“.

Somit wird es also allerhöchste Zeit, das Gesetz zu ändern, eine endgültige Abschaltung von UKW nicht auf Termine festzulegen und somit die (von mir aus auch zeitlich verkürzte) Ausschreibung von Sendefrequenzen zu ermöglichen!

Würde Apollo dann aufgeben, so wäre Platz da für zum Beispiel Motor.FM, deren Verantwortliche bereits angedeutet haben, auch nichtkommerzielle Projekte (wie die freien Radios und/oder ein Migrationsprojekt) mit zu finanzieren.

Am morgigen Montag, dem 26.10. jedenfalls tagt der Medienrat der SLM in der Leipziger Ferdinand-Lasalle-Straße 21. Die drei freien Radios aus Sachsen werden sich zu dieser Gelegenheit zu einer Kundgebung vor der SLM versammeln (und nicht, wie angekündigt, zu einer Demo…). Dem Medienrat soll dabei ein offener Brief zur Situation der Radios übergeben werden.

Wir selbst warten weiterhin auf Reaktionen des Petitionsausschusses, der SLM und des MDR und hoffen sehr, dass dieser wenngleich traurige Anlass dennoch einer ist, der die Zusammenarbeit zwischen BISS.FM und freien Radios noch besser macht!

Denn schließlich wollen wir alle das gleiche! Besseres Radio für Sachsen.

Wie beim Radiogespräch zur BRN einheitlich und von allen Beteiligten (Freie Radios, Uniradios, Biss.FM) festgehalten braucht es nämlich ein anspruchsvolles Jugendradio UND freie Radios unbedingt. Es braucht die freien Radios als Experimentierfeld und Raum für wirkliche Nischen, als Platz zum Austoben und als Garant für die absolute Meinungsfreiheit. Es braucht aber auch ein anspruchsvolles Jugendradio ala Sputnik, um genau in der Mitte zwischen Dudelfunk und freien Radios die derzteit bestehende Lücke zu füllen.

Oder, um es anders zu sagen: Aktuell haben wir in Sachsen musikalisch jede Menge Sender für Mainstreammusik (Dauerroation statt Musikredaktion) und einige wenige freie, auf denen vom japanischen Crustcore bis zum Demo der Bautzner HipHop Combo alles läuft (Totale Freiheit jedes Einzenen statt Musikredaktion). Der Independentmarkt aber findet nicht statt (Ich verlinke hier als Gegenbeispiel mal die aktuellen Charts von FM4) und da kann ich nur noch abschließen mit der eindeutigen Feststellung:

WER KREATIVWIRTSCHAFT UND MITTELSTAND FÖRDERN WILL, DER MUSS DAFÜR SORGEN, DASS ES FREIE RADIOS UND EIN ANSPRUCHSVOLLES JUGENDRADIO GIBT!

Wir bleiben am Ball,
Sebastian für BISS.FM

Luxusdiskussion am 21.10.2009 / 00.05 Uhr über die Zukunft der Musikindustrie auf Deutschlandradio Kultur

Luxusdiskussion
21.10.2009 / 00.05 Uhr
Deutschland Radio Kultur

Collagierte Befindlichkeiten und Klangbilder der deutschen Szene für elektronische Tanzmusik (Ursendung)
Von Mario Willms

Die Krise der Musikindustrie hat vor den Toren der elektronischen Tanzmusik nicht Halt gemacht und ist in die technik- und zukunftsverliebte Kleinstadt namens “Techno” eingebrochen.

DJs, Produzenten, Labelbetreiber, Journalisten und Titanen des Nachtlebens gewähren Einblicke in die sich verändernden Strukturen einer Independent Musikkultur. Hans Nieswandt, Mathias Kaden, Anja Schneider, Heiko MSO. u.v.a. geben Auskunft. Werden Labels zu Patchwork-Familien? Zerstört digitales Überangebot die Qualität von Musik? Wie kann man als Musiker und Label überleben, wenn niemand bereit ist, für Musik zu bezahlen?

Das Stück entstand als Masterarbeit an der Bauhausuniversität Weimar.

Produktion: Autorenproduktion für Deutschlandradio Kultur 2009
Länge: 50’23

Mario Willms, geboren 1978 in Bernau, Musiker und Gestalter, lebt in Jena. Produziert Features und Hörspiele und unter dem Künstlernamen “Douglas Greed” Musik.

http://www.dradio.de/dkultur/programmtipp/feature/1019439/

BISS.FM Sommer-News (es geht weiter)

Liebe Unterzeichner, liebe Mitstreiter,

es ist etwas ruhig um BISS.FM geworden, aber keine Sorge, wir sind noch da!

Am 25.06.09 haben wir die offizielle Petition beim Sächsischen Landtag eingereicht, deren vollständigen Wortlaut Ihr hier nachlesen könnt. Bis zu einer Beabeitung müssen wir uns aber noch gedulden, denn bis zur Landtagswahl am 30.08.2009 herrscht erstmal Sommerpause.

Wir haben sehr viel gelernt in den letzten Wochen und Monaten und doch bleibt das Thema Rundfunk ein unglaublich undurchsichtiges Stück Medienkultur.

Wie sich zum Beispiel Politik und MDR gegenseitig die “Schuld” in die Schuhe schieben und wie unverständlich die gesetzlichen Regelungen sind, lest Ihr hier.

Wir jedenfalls sind überzeugt, dass technisch die Möglichkeit besteht, einen weiteren Jugendsender auszustrahlen und fordern dafür politische Unterstützung und gesetzliche Anpassungen, weiterhin erwarten wir gespannt eine Stellungnahme der Sächsischen Landesregierung und arbeiten bis dahin an Ideen für weitere Aktionen und Projekte.

Ein Problem bleibt leider, dass wir keine finanziellen Mittel (mehr) für unsere Arbeit haben. Bisher hat der Arbeitskreis aus privater Tasche ca. 500,- Euro in Flyer, T-Shirts, Hosting, Plakate etc. gesteckt und natürlich würden wir gerne weitere Werbemaßnahmen an den Start bringen, wenn das Sommerloch vorbei ist!

Wer sich an diesen Kosten beteiligen möchte und weitere Aktionen unterstützen will, der kann das ab sofort ganz einfach tun! Auf BISS.FM findet Ihr ein Spendenformular. Außerdem könnt Ihr Euch unser Radio-Jingle “Trauerspiel” als Klingelton bestellen. Dazu sendet Ihr einfach eine SMS mit dem Text BISS an die 31000 (1,99 Euro / SMS zzgl. TD1 TPL, incl. 0,12 @ VFD2 Anteil & ggf. Transportkosten beim Download ) – der Reingewinn geht an BISS.FM.

Jeder Cent hilft uns und wird ausschließlich in die Arbeit für BISS.FM gesteckt.

Ansonsten halten wir Euch natürlich weiter per Newsletter und im Blog auf dem Laufenden.

Lest dort zum Beispiel etwas über eine weitere Initiative zum Thema Radio, die u.a. die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten auffordert, Verstösse und Strafen bei Fällen von Schleichwerbung auch öffentlich zu machen.

Außerdem möchten wir alle Nachwuchsmusiker und -manager hinweisen auf

1. den Radioaward von SPUTNIK, JUMP und YOU FM, bei dem sich auch Bands aus Sachsen ins Radio spielen können – auch wenn es dann hier keiner hört.

2. Die zweite Workshopreihe Musikwirtschaft der Dresdner Scheune Akademie, bei der Leute von Finetunes, Melodie & Rhythmus, Proton, Golden Gate Management, La Pampa usw. Tipps für die ersten (und zweiten) Schritte im Musikbiz geben.

Ideen für Aktionen mit geringem (finanziellen/logistischen) Aufwand und großer Wirkung sowie Eigeninitiative sind natürlich jederzeit willkommen!

Vielen Dank für Eure Unterstützung, bleibt dran und sagt’s weiter!
Euer Biss.FM-Team

DEIN KLEINER BEITRAG FÜR EIN BESSERES RADIO

Der Sommer geht langsam aber sicher ins letzte Drittel und wir planen natürlich bereits die nächsten Schritte, um unseren Forderungen mehr Gehör zu verschaffen!

Ein Problem dabei ist leider, dass wir keine finanziellen Mittel (mehr) für unsere Arbeit zur Verfügung haben.

Bisher hat der Arbeitskreis aus privater Tasche ca. 500,- Euro in Flyer, T-Shirts, Hosting, Plakate etc. gesteckt und natürlich würden wir gerne weitere Werbemaßnahmen an den Start bringen, wenn das Sommerloch vorbei ist!

Ob wir davon eine ganzseitige Anzeige im Spiegel schalten (eine komplett leere, weiße Seite mit dem kleinen Hinweis: “Hier finden sie genauso viel Information wie im Sächsischen Radio” oder eine Todesanzeige für DAB+ im Wochenkurier schalten, ob wir mehr T-Shirts drucken für Bands und DJs……….Das alles unterliegt der Budgeplanung zum 01.09.2009

Wer sich an diesen Kosten beteiligen möchte und weitere Aktionen unterstützen will, der kann das ab sofort ganz einfach tun!

1. per PayPal
Demnächst an dieser Stelle mehr

2. In zwei Sekunden per Handy! Sende BISS an die 31000
Ab sofort könnt Ihr Euch unser Radio-Jingle “Trauerspiel” als Klingelton bestellen. Dazu sendet Ihr einfach eine SMS mit dem Text BISS an die 31000. Diese SMS kostet nur 1,99 Euro* und der Reingewinn geht an BISS.FM.

Klar, in erster Linie bleibt der geldlose Einsatz aller, Geld ist da nur zweitrangig, aber die eine oder andere schöne Idee kostet eben ein paar Pfenge.

Danke Euch allen und einen schönen restlichen Sommer! Bleibt am Ball!!!!!

*zzgl. TD1 TPL, incl. 0,12 @ VFD2 Anteil & ggf. Transportkosten beim Download

Politik, Gesetze, Radio….

Wir haben sehr viel gelernt in den letzten Wochen und Monaten und doch bleibt das Thema Rundfunk ein unglaublich undurchsichtiges Stück Medienkultur.

Wie sich Politik und MDR gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben lest ihr zum Beispiel hier.

So hat z.B. Prof. Dr. Udo Reiter, Intendant des MDR, im Rahmen der 50. Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien erklärt, dass der MDR sich bis dato erfolglos um UKW-Frequenzen für Sputnik in Sachsen bemühe. Dies sei eine Frage, die die Politik entscheiden müsse.

Der medienpolitische Sprecher der CDU, Dr. Fritz Hähle, umschifft das Thema Frequenzen bei einer Anfrage dagegen, betont die inhaltliche Unabhängigkeit der Medien von der Politik. Verantwortlich für ein anspruchsvolleres öffentlich-rechtliches Jugendradio in Sachsen sei ausschließlich der MDR.

Da steht man dann also und steckt in der Zwickmühle, denn wie nun weiter Verfahren? Den MDR auffordern, sein Programm JUMP zu ändern oder durch SPUTNIK zu ersetzen? Oder die Landes-Regierung auffordern, für die Ausschreibung einer weiteren Jugendradio-Frequenz zu sorgen?

Wir haben uns für letzteres entschieden. Grund dafür ist unter anderem das Beispiel der im Jahr 2008 frei gewordenen Frequenzen (BBC/Radio France). Der Witz dabei: Eigentlich hätten diese durch die Sächsische Landesmedienanstalt erneut ausgeschrieben werden müssen (wenn auch nur für private Sendeanstalten). Dies konnte die SLM aber nicht, da laut der sächsischen Rundfunk-Gesetze die Vergabe von UKW Frequenzen für 8 Jahre erfolgt. Dem widersprach die gesetzliche festgeschriebene Ablösung von UKW durch Digitalradio im Jahre 2014. Somit wurden diese Frequenzen an bestehende Sender (RSA und Radio Dresden) vergeben.

Dieses festgeschriebene Datum der endgültigen Digitalisierung ist allerdings die reinste Farce. Zunächst hieß es 2010, dann 2014 und seit die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten vor wenigen Tagen die Projektgelder eingestellt hat, äußert sich der Verantwortliche Minister Johannes Beermann auch schon mal salopp, man könne diesen Termin auch ohne Weiteres noch einmal verschieben.

Das wäre ja dann mal der absolute Supergau. Denn 1. war es dieses Datum, was verhindert hat, dass ein Sender wie Motor.FM sich um freie Frequenzen in Sachsen bewerben konnte und zweitens wäre spätestens mit dem Digitalradio jede Hürde für den Empfang von Sputnik in Sachsen gefallen, da Digitalradio ja viel mehr Kapazitäten bietet und ich persönlich gerne bereit gewesen wäre, für ein entsprechendes Gerät auch Geld auszugeben.

In jedem Fall, so interpretiere ich jetzt mal die Aussage von Herrn Beermann, scheint es nicht sooo schwer zu sein, Gesetze umzuformulieren. Und wenn sich über 3.500 engagierte junge Sachsen für ein anspruchsvolleres Radioprgramm aussprechen, dann lohnt sich das doch, mal über seine GEsetze nachzudenken.. Oder nicht?

TUTZINGER ETHIK APPELL – für ein glaubwürdiges Radio

Hinweisen möchten wir Euch auch auf eine weitere, wichtige Initiative zum Thema Radio!

Der TUTZINGER ETHIK APPELL – für ein glaubwürdiges Radio (FAIR RADIO) enthält folgende Forderungen

In Radioprogrammen wird heute nicht selten getrickst und betrogen, werden Hörer bei Gewinnspielen an der Nase herumgeführt und in Informationssendungen für dumm verkauft.

Wir – kritische Hörfunkjournalistinnen und –journalisten – fordern daher, die Glaubwürdigkeit unseres Mediums wieder zu stärken. Nur ein Radio, das seine Hörer nicht belügt wird als Medium im digitalen Zeitalter bestehen können!

Hiermit rufen wir alle Kolleginnen und Kollegen in privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern auf, folgende Leitlinien zu unterstützen und umzusetzen:

1. Recherche muss vor Schnelligkeit gehen.
2. Es wird nichts vorgegaukelt, was nicht tatsächlich so ist (der Reporter, der angeblich vom Ort des Geschehens berichtet, tatsächlich aber im Studio sitzt; der Verkehrsreporter, der vorgibt, aus einem Verkehrsflieger zu berichten)
3. Was nicht wirklich live ist, wird auch nicht als live verkauft.
4. PR-Beiträge gehören in den Werbeblock und nicht ins redaktionelle Programm.
5. Nachrichtensendungen werden nicht vorher aufgezeichnet.
6. Mogeleien bei Gewinnspielen sind tabu.

Ein glaubwürdiges Qualitäts-Radio muss wieder unser Ziel sein !

Ein „FAIR RADIO“ sind wir uns und vor allem unseren Hörerinnen und Hörern schuldig !

Teilnehmer der Tagung „Radio Zukunft 2010“, organisiert von der Akademie für politische Bildung, Tutzing, und der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.

Petition eingereicht!

Siehe Startseite. Hier könnt ihr kommentieren, diskutieren, Anregungen geben, Fragen stellen, loben und kritisieren zu allem, was Euch zur Aktion BISS.FM einfällt.

Der letzte Biss – Jetzt wird es ernst (und lustig)

Liebe Mitstreiter/innen,

die Bunte Republik Neustadt eilt auf uns zu und wie bereits angekündigt, beißen wir dort ein letztes Mal zu. Wir werden im Grunde an fast allen Stellen der BRN in irgendeiner Form durch Bands, DJs und Veranstalter verteten sein, die uns schon von Anfang an unterstützen. Die können wir gar nicht alle auflisten, genannt seien exemplarisch Etui Records, GrooveStation, Goldner Anker, Robert & the Roboters, Altes Wettbüro, Salection, Lustgarten, Coloradio, Scheune, Spur1, Asses of Fire, Sidedoor und und und….

…und so gibt es in Zusammenarbeit von Biss.FM und Fat Fenders, doubled-town.de und banq.de am Samstag, den 20.06.2009 die Biss.FM Petitionsparty auf der Rothenburger Strasse 26,


View Der letzte BISS – BRN Party in a larger map
wo von

14-22 Uhr für allgemeine musikalische Beschallung [dubstep / drum & bass / techno / acid / idm / breaks / bass / rave] gesorgt ist.

19-21 Uhr gibt’s den ersten Dresdner DJ Rundlauf* – eure Lieblings DJs spielen gemeinsam b2b. Mit dabei sind:
#npnk / credit 00 / dnz / hgn / insect o. / steve.e! / sven s.x. / t.low rock / high finesse + tba

Den theoretischen/informativen Teil übernimmt von 14 bis 16 Uhr das Laika auf der Kamenzer Strasse, wo Vertreter von Coloradio, Festivalfrequenz e.V., Biss.Fm und Uniradio Chemnitz über die Situation von freien Radiomachern und unfreien Radiohörern in Sachsen diskutieren.

Unterschriftenlisten liegen zur BRN nicht nur beim Fat Fenders, sondern auch im Laika aus, außerdem im Lustgarten und am Durchgang von Scheune Garten und Alunabühne. Bitte schleift Eure bisher ohne Unterschrift gebliebenen Freunde dorthin.

!! WIR BRAUCHEN DRINGEND NOCH HELFER FÜR DIE BETREUUNG DER STÄNDE !! ZWEI STUNDEN WÜRDEN SCHON HELFEN!! BITTE MELDEN !!

Infos zum Thema Petition

In der Woche nach der Fusion werden wir dann hoffentlich die Unterschriften dem Petitionsausschuss des Landtages übergeben können.

Wer noch Ideen hat, wie wir dabei für Aufmerksamkeit sorgen können, ohne eine klassiche Demo-Atmosphäre zu verbreiten, sei unbedingt aufgefordert, diese kund zu tun. Unsere Forderungen richten sich nicht GEGEN etwas sondern FÜR BESSERES RADIO und somit wollen wir nicht als politische Protestgruppe wahrgenommen werden.

Wir fordern einen kreativen Sender, das sollten wir kreativ vermitteln. Bisher hat das ja sehr gut geklappt!

Webradio

Wer bei der BRN nicht dabei sein kann, dem sei unser Stream ans Herz gelegt:

Auf BISS.FM senden wir live

14-16 Uhr Diskussion “Radio in Sachsen: Fluch oder Segen”
16-19 Uhr Das streng geordnete Chaos (Live Stream von der Rothenburger Strasse und Moderation aus dem Keller durch FF Dabei, Carl, Dürschi und andere)
19-21 Uhr Rundlauf – der neue DJ Freizeitspaß
21-22 Uhr Der allerletzte Bissen – Wir kauen noch einmal alles durch

*westdeutsch für “chinesisch” (Tischtennis)

Biss FM auf YouTube

Damit wir auch noch den letzten Winkel unseres medialen Wirkungskreises voll und ganz erschließen, haben wir einen Channel auf YouTube gegründet http://www.youtube.com/bissfm

Schickt uns euere Meinung warum wir ein besseres Radio in Sachsen dringend benötigen als Video Botschaft. Wir stellen es auf unseren Channel und schicken es zusammen mit den Unterschriften an den Sächsischen Landtag, die SLM und den MDR.

Kurze Videos schickt ihr am besten per Email an info@biss.fm. Längere Videos ladet ihr einfach auf einen Server hoch und sendet uns dann den Link per EMail. Wir sind gespannt!

Der letzte Biss – “Petitionsparty” zur BRN (20.06.) – Unterschriftenlisten bis dahin geöffnet

Über 2.500 Unterschriften haben wir seit März 2009 für „ein besseres (Jugend-) Radio in Sachsen“ gesammelt! Das ist verdammt viel, wenn man betrachtet, dass wir keinen Cent in Werbung investiert haben und ein deutliches Zeichen dafür, dass wir mit unserer Meinung nicht alleine sind und der Bedarf nach anspruchsvoller Radiounterhaltung enorm ist.

Grund genug, es noch einmal richtig krachen zu lassen, bevor wir unsere Forderung und eure Unterschriften hochoffiziell an den Sächsischen Landtag, den MDR und die SLM übergeben.

Und was liegt näher, als die Forderung nach einem „bunteren“ Radioangebot bei der Bunten Republik Neustadt in Dresden zu zelebrieren?

Wir feiern daher am Samstag, den 20.06. von 15 Uhr bis 22 Uhr vor dem Fat Fenders auf der Rothenburger Strasse 26 den letzten Biss.

DJ Mix, Moderation, Audiopetition

Wir werden dazu ein Sendestudio im Keller vom Fat Fenders aufbauen und vor allem das streamen, was fast ein Dutzend DJs an den Decks vom Fat Fenders in die Bunte Republik mixen.

Zwischendurch gibt´s selbstredend Moderationen und vor allem basteln wir live einen Audiobrief als Ergänzung zu unseren Forderungen. Dazu sind wir permanent mit Mikros auf der Strasse unterwegs, um Kommentare zur aktuellen Radiolandschaft in Sachsen einzufangen. Diese werden live in den Stream eingebaut und außerdem nachträglich zu einer Audiopetition zusammengeschnitten, die wir mit Forderung und Unterschriften einreichen werden.

Unterschriften können aus diesem Grund bis zum 21.06.09 weiterhin abgegeben werden – an diversen Auslagestellen und natürlich über www.biss.fm.

Alle weiteren Infos demnächst hier und über die bekannten Kanäle.

BISS.FM goes UNI AIR

Wow, immer mehr Mitstreiter nehmen das Heft jetzt selber in die Hand und erfüllen unsere Hoffnungen auf aktive Unterstützung!

Nach Tropic Hill, Fat Kat Disko, Partylausitz, Eddy, Djokerface, DoubleD-Town, Spur 1, banq.de, dieneustadt.de, Dynamite Booking, Secret Wars, Beatpol, Kunststoff Breakz und vielen, vielen anderen, die uns in den letzten Wochen mit Unterschriftenlisten und Logoplatzierungen geholfen haben, wird der Tobi am morgigen Dienstag einen Stand beim UNI AIR in Dresden machen, um dort Unterschriften zu sammeln! Tausend Dank für diese Idee und Dein Engagement!

Infos zum UNI AIR gibt es beim Dresdner Studentenportal Exma.

NACHSCHLAG BITTE – Party für 100%ig bissfestes Radio

Das schmeckt uns aber lecker…

Unterstützer Eddy (u.a. Séance de Danse) und Kollegen hauen am kommenden Freitag spontan wie ein perfekter Livemoderator eine Party raus, um unsere Aktion zu unterstützen.

NACHSCHLAG BITTE heißt das Ganze und findet in der Kantine im (ehemaligen) Robotron-Komplex(1) statt (,was übrigens nichts damit zu tun hat, dass Sputnik neuerdings eine Elektrosendung namens Robotron ausstrahlt, aber doch ein netter Zufall ist).

Wer, wann, wieso steht alles im Flyer! Also, Tisch reservieren und Hunger mitbringen! Das Line-up lohnt sich allem.al.dente.

Diskutieren und informieren zum Thema hier oder bei banq oder doubled-town

(1) Link führt auf externes Websiteangebot

nachschlag-frontnachschlag-back

BISS.FM KNEIPEN OPEN SPACE

Es wird Zeit für ein nächstes BISS.FM Treffen.

Daher findet am Donnerstag, den 14.05. um 20 Uhr im alten Wettbüro ein kleines Experiment statt!

BISS.FM goes Kneipen Open Space

Hierbei kann jeder von Euch ein eigenes Thema einbringen, zu dem er sich als Sitzgruppenbereichsleiter mit Teilnehmern besprechen möchte oder sich eben einem der Themen anschließen. Das ganze soll / wird auf keinen Fall zu einer esoterisch, soziokulturellen Plenums-Quasselshow verkommen, sondern soll eher eine Struktur Treffen ermöglichen, da ja immer mehr Menschen zu den Treffen kommen (wollen).

Der Ablauf wird dann in etwa so sein, dass wir uns um 20 Uhr treffen und es um 20:30 Uhr sogar mal eine kleine Begrüßung geben wird (wow) und wir uns dann von 21:00 Uhr – 22:00 Uhr in verschiedenen Sitzgruppen über Einzelbereiche unterhalten werden.

Klar, dass jeder dazwischen hin und her wandern kann, wenn es beliebt.. :-)

Im Gegensatz zu einer echten “Open Space” Veranstaltung wollen wir aus Zeitgründen auf die Themenauswahl vor Ort verzichten und bitten Euch daher, Euch vorab zu melden, wenn ihr gerne selbst noch ein Thema ansprechen wollt, was bisher eher vernachlässigt wurde.

Zwei, drei Sitzgruppen-Inhaltspapiere stehen dabei schon fest:

– Guerilla Marketing und Unterschriftenstände
(Medienwirksame und Unterschriftenbringende) Aktionen bis, zur und nach Petitionsabgabe

- “Politik” (Wie erreichen wir die richtigen Leute? Was kann wer tun?)

– eine Runde, bei der es darum geht, ob man konkrete Umsetzungs-Vorschläge entwickeln soll, die mit der Petition eingereicht werden, wie diese aussehen könnten etc.

Angedacht sind außerdem

– eine Runde der (potentiellen) Radiomacher mit der Frage, ob und wie und mit wem man in Zukunft ein eigenes Webradio betreiben kann

Die Ergebnisse werden von den jeweiligen Sitzgruppenbereichsleitern und deren Sitzgruppenbereichsleiterassistenten (sind selber mitzubringen) ordentlich protokolliert in Form von beschrifteten Plakatrückseiten (oder so).

BISS.FM radioday – Nachlese

wettbueroZwar hat während des BISS.FM radioday alles nahezu reibungslos funktioniert, aber was wir im Trouble nicht gecheckt hatten, war, ob die Aufnahme der ganzen Chose noch läuft – und spätestens 17:30 hätten wir das mal tun müssen – denn justament um diese Zeit brach dieselbe, aus welchen Gründen auch immer, ab.

So haben wir aus verschiedenen Quellen versucht den Tag, der Dokumentation des Ereignis wegen, zu rekonstruieren und dies sind die Resultate unserer Bemühungen:

  • 1200-1400 Frühstück mit BISS

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  • 1400-1600 The Horn(b)y Boys

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  • 1600-1700 Buffy the Vampire Slayer (Feature)

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  • 1700-1800 Just another Pop Show

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  • 1900-2000 Heroes of Liedermaching 

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  • 2000-2100 Filmball Magazin

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  • 2100-2200 RIP – roboter in peace

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  • 2200-2300 Houzz Nation

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  • 2200-2300 DoubleD-Town

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Wer aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer an diesem Tag den Stream mitgeschnitten hat, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen, dass wir die Sendelücken auf dieser Seite noch füllen können.

Internetradio in Küche, Bad und auf dem Balkon – das Albrecht DR 315

UKW riecht nicht, schmeckt nicht und ist nach allen bisherigen Erkenntnissen auch nicht umwelt- oder gesundheitsschädlich. Über Ultrakurzwellen werden nahezu 100% der deutschen Bevölkerung erreicht, auch in Sachsen. Dennoch will die Staatsregierung bis Ende 2014 alle UKW-Frequenzen im Freistaat abschalten und durch Digitalradio ersetzen. [..]” Horst Müller

Das Thema haben wir ja mittlerweile oft angesprochen, aber so richtig weiß halt immer noch keiner, wie es weitergeht und vor allem weiß niemand, welches Gerät er sich heute kaufen muss, um in 5 Jahren damit noch Radio hören zu können.

Eine gute Wahl dürfte das Albrecht DR 315 sein, welches uns der Anbieter freundlicherweise zum Testen angeboten hat. Dieser Mulitplayer sieht nicht nur besser als all die komischen CD-Radios im Möchtegern-Future-Design, die es derzeit in einschlägigen Bau-, Elektro, und Mischwarenmärkten zu kaufen gibt, es kann auch mehr. Aber ein Radio muss ja nicht gut aussehen und viele Funktionen haben sondern vor allem gut klingen und aufgrun der aktuellen Lage auch in 5-10 Jahren zu etwas nütze sein.

In meinem ehemaligen Kinderzimmer steht immer noch eines, welches gute 20 Jahre auf dem Buckel hat…..

Das Albrecht DR 315 empfängt UKW, DAB, DAB+ und Internetradio via LAN und W-LAN. Und zumindest letzteres dürfte wohl noch eine ganze Weile Bestand haben als Empfangsweg.

Ist das kompliziert? Nun, sagen wir so: Für jeden, der auch seinen Laptop ans W-Lan anschließen kann oder die Menüführung seines Handys in 10 Minuten kapiert, für den ist das eher ein Kinderspiel. Die Menüführung ist englisch aber selbsterklärend, außerdem liegt eine ordentliche Bedienungsanleitung bei. Etwas ärgerlich ist es, dass zwar 15.000 Internetradios voreingestellt sind, die auch ordentlich nach Genre und Herkunftsland sortiert sind, dass man aber neue Sender etwas umständlich über die Website des Anbieters einpflegen muss, wobei man diesen Medienbruch ja auch nicht allzu oft in Anspruch nehmen wird, denke ich. Persönlich habe ich diese Funktion deswegen nicht getestet, da es sich nur um ein Leihgerät handelt, aber wie gesagt: sieht aber nicht weiter wild aus.

DAB+ wird ja noch nicht benutzt und via DAB kommen nur Deutschlandradio, Deutschlandfunk (die kriege ich auch via UKW rein) und MDR Klassik (und dafür kaufe ich selbst mir kein Gerät – mein Onkel schon).

Aber am Ende wird sich ja demnächst doch einiges tun auf DAB+ – ich selbst gehe jedenfalls davon aus, dass sich dieser STandard durchsetzen wird.

Die wirklich Überraschung aber war für mich der warme und satte Klang! Gerade bei den vielen jazzigen Trip Hop Sendern im Internet macht das richtig Spaß, aber auch die Lieblingssender Byte.Fm und FM4 laufen aktuell darüber und nicht über Laptop an Steroanlage (immer diese Kabelage)

Der Preis klingt im ersten Moment hoch (ca. 150,- – 175,- Euro in Netz) ist aber total verständlich im Hinblick auf den noch kleinen Absatz-Markt und die gute Technologie.

Sollte also unsere Forderung aus irgendwelchen Gründen keinerlei Erfolge erzielen, dann sollten vielleicht Freistaat und MDR darüber nachdenken, 20.000 solcher Geräte zum Tiefstpreis einzukaufen und ohne Aufpreis an seine Bürger bzw. Hörer weiterzugeben. Eine Abwarackprämie für UKW Radios kommt auch garantiert, allerdings sicherlich nur für Autoradios und bei EInbau in einer Fachwerkstatt, alles eine FRage der Lobby :-)

Also, meine Empehlung: Aktuell lohnt der Kauf nur für Leute, die entweder gerne MDR Klassik hören wollen oder für Internetradiouser, die noch über klapprige PC Aktivboxen hören. Aber ob solche LEute bereit sind, dafür zu investieren?

Würde ich nicht gerade mein Geld dank BISS.FM in Nervenkapseln, T-Shirts, GvL Lizenzen und andere Dinge stecken, dann würde ich es mir ehrlich überlegen – somit gebe ich aber nächste Woche an Kollegen aus Leipzig weiter.

ALBRECHT DR 315

ALBRECHT DR 315

Skaters & Boarders against Dudelfunk

Henry Holze, Erstunterzeichner und einer der bekanntesten Snowboarder im Freistaat, fährt in dieser Saison für BISS.FM – Das Motto der Skater & Biker “I like to jump but don´t like jump”

Übersetzung: “Ich liebe das Springen – aber nicht auf dem Rockenberg”

Henry Holze

Henry Holze

BISS.FM Nachgeburt

bandsalatDanke erst mal für die erfrischende Resonanz auf unsere gestrige Hau-Ruck Akion in Sachen “So kann Radio auch klingen”.

Gerade kommt hier 12h Sendemitschnitt rein, der auseinandergeschnippelt werden will um dann auf die eine oder andere Art und Weise zur interssanten Widerkäu zur Verfügung gestellt zu werden. Das wird meinen Pentium M ein wenig fordern, gebt ihm einen Tag.

Der WG, der wir mit dem Song gestern 13:05 beim Aufräumen geholfen, und die sich nach dem Song erkundigt haben, können wir mitteilen: She Wants Revenge – Tear You Apart. Wir kucken mal, was wir sonst noch an Playlists aus den Tiefen der Logfiles kramen koennen, da, individualistisch wie wir alle sind, aber jeder seine ganz persönliche Soft- oder Hardware zum ausspielen eingesetzt hat, kann das ein bissel dauern.

Aber wie gesagt, Mitschnitte bald an dieser Stelle.

RADIO ROCK REVOLUTION – Freikarten und Retro-Radio!!

Ab heute im Kino: ROCK RADIO REVOLUTION, eine Komödie, die zu unserer kleinen Inititative passt wie die Feist aufs Auge..

1966 ging es nämlich allen Freunden “neuer Musik” (Rock ’n‘ Roll) in UK genau wie uns heute. Damals
“kommt zwar der weltberühmte Rock aus England, aber selten zu den Hörern der BBC, die pro Woche nur zwei mickrige Stunden Pop über den öffentlich-rechtlichen Äther schickt. Genauso unermüdlich wie illegal legen dafür die DJs des Piratensenders Radio Rock ihre Platten auf – mitten in der Nordsee, um nicht von der Regierung abgeschaltet zu werden, und mit einer gigantischen Fangemeinde. An Bord von „Radio Rock Revolution“ sind Oscargewinner Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Rhys Ifans und Nick Frost als Radiohelden auf hoher See und Kenneth Branagh als Staatsvertreter, der dem „drogenverseuchten, kulturlosen“ Treiben ein möglichst schnelles Ende bereiten will.”

Vorlage zum Film ist sicherlich das legendäre RADIO CAROLINE, eins als Piratensender und erster privater Sender in Großbritannien gestartet und immer noch aktiv. Seit Mitte der 1990er Jahre über eine offizielle Sendelizenz – Hartnäckigkeit wird also manchmal belohnt?!?!

UNIVERSAL PICTURES hat uns das letzte einer Serie streng limitierter Retro-Radios im Branding des Films zur Verfügung gestellt und das werden wir am Samstag bei unserem (natürlich total legalen) Radioexperiment RADIOBALL verlosen. Außerdem gibt es Tickets für Vorführungen des Films in Metropolis und Schauburg zu gewinnen. Und zwar in der Zeit von 14 – 16 Uhr im Rahmen der Sendung “The Horn(b)y Boys – Fußball, Lesen, Popmusik”. Gleichzeitig werden wir aber in der Show unserem Traum eines unabhängigen Radios Rechnung zollen und uns nicht verkneifen, darüber nachzudenken, ob es nicht ziemlich lustig ist, wenn ein Unterhaltungskonzern, der jede Form der Musik-Piraterie massiv bekämpft, auf der anderen Seite mit einem solchen Film Geld verdienen möchte..Bei Twitter würde jetzt stehen “# GEMA, VEVO, YOUTUBE”

RADIO ROCK REVOLUTION

RADIO ROCK REVOLUTION

LIVE AUF SENDUNG – Wir senden und feiern den Radioball zum Filmball

„Beißen und gebissen werden“ heißt das Motto des diesjährigen Dresdner Filmballs, einer jedes Mal aufs Neue unvergleichlichen Feier an der Schnittstelle von Prunk und Punk, Kunst und Party.

Kann eine Initiative, die sich BISS.FM nennt, die sich für besseres – sprich bissigeres – Radio einsetzt da einfach den Mund halten, wenn man auch noch vom Impressario himself persönlich dazu angespitzt wird?

Wir sagen: Nö.

Und darum gibt es am Samstag, den 18.04. ganz spontan und hochexklusiv den

1. BISS.FM RADIOBALL ZUM FILMBALL IM ALTEN WETTBÜRO

12 STUNDEN LIVE RADIO UND EIN RAUSCHENDES FEST

Wir senden an diesem Tag von 12:00 Uhr bis 00:00 Uhr auf BISS.FM LIVE aus dem Alten Wettbüro, Dresden und haben dazu einige der vielen Radiomacher eingeladen, die bei “unserem Sender“ mitmachen wollten…Einen Sender, den wir zwar nie geplant hatten, dessen Entstehung aber gerade eine ganz eigene Dynamik entwickelt* und um den wir jetzt wohl nicht mehr herumkommen.

Eingeladen sind alle Mitmacher, Unterstützer und Unterzeichner, uns an diesem Tag kennen zu lernen und mit uns gemeinsam bei einem Bierchen zu diskutieren, zu tanzen und Ideen zu spinnen, wie wir unser Hauptanliegen, die UKW Landschaft in Sachsen positiv zu verändern, vorantreiben können.

Einige der Sendungen werden parallel auch auf coloradio, dem freien Radio in Dresden, via UKW zu hören sein.

Das Programm des Tages findet Ihr unten.

Unterzeichnerin Marion hat außerdem den Vorschlag unterbreitet, die Sender mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und einen Guinessbuchrekord anzustreben. So hätte BB Radio zum Beispiel 420 Menschen dazu gebracht, sich gleichzeitig zu rasieren, was wohl an Dämlichkeit kaum zu überbieten ist. Oder doch? Sollten wir tatsächlich versuchen, die meisten Leute zusammen zu „trommeln“, die gleichzeitig eine Blechtrommel malträtieren und dabei das gleichnamige Buch von Günther Grass lesen, um auf unsere Initiative aufmerksam zu machen?

Eure Meinungen sind willkommener als jedes Familienerbe! Schickt uns Mails, kommentiert im Blog oder bringt Zettel mit zum

1. BISS.FM RADIOBALL ZUM FILMBALL IM ALTEN WETTBÜRO

Und hier das Programm:

Zeit // Sendung // Redaktion // Übertragungsart

12:10 – 14:00 Uhr Frühstück mit Biss – Falschgold und Mein+1 (u + s)
14:10 – 16:00 Uhr The Horn(b)y Boys – Sebastian und FF Dabei (u + s)
16:10 – 17:00 Uhr Buffy The Vampire Slayer – Irmgard Lumpini (u + s)
17:10 – 18:00 Uhr Just another Popshow – Martin Wolf (s)
18:10 – 19:00 Uhr SPUR1 – SPUR 1 (s)
19:10 – 20:00 Uhr Heroes of Liedermaching – Böhler und Golzi (s)
20:10 – 21:00 Uhr Filmballmagazin – Irmgard Lumpini (u + s)
21:10 – 22:00 Uhr RIP – Roboters in Peace – Sebastian (s)
22:00 – 23:00 Uhr Houzznation – Houzznation (u)
22:10 – 23:00 Uhr DoubleD Town – DoubleD Town (s)
23:10 – 00:00 Uhr Buschfunk – Buschfunk (s)

Jeweils zur vollen Stunde 5 – 10 Minuten BISS.FM „Spoken Twitter“
(s) = Stream auf biss.fm
(u) = UKW auf 98,4 & 99,3

Ab 20:00 Uhr wird das Wettbüro zum OPEN STUDIO!! Kommt also unbedingt vorbei! Auch nach 00:00 Uhr feiern wir weiter – dann ohne Zuörer im Netz :-)

Wir suchen außerdem weiter tatkräftige Helfer/innen, die Plakate kleben, Unterschriftenlisten auslegen usw. Ganz besonders an Schulen und Hochschulen können wir sicherlich noch viel mehr Leute erreichen als bisher. Bitte meldet Euch einfach kurz, wenn Ihr Lust habt, was auf die Beine zu stellen! Schön wäre es vor allem, wenn am Samstag selbst, unser “Außenreporter” unterstützt würde von Leuten, die ihn mit Unterschriftenlisten begleiten! Egal, was Ihr noch für Ideen habt: Wirklich, meldet Euch….

Vielen Dank und bis Samstag hoffentlich,
Das Team von BISS.FM

* Es gibt derzeit sehr konstruktive Gespräche mit Leuten aus der Musikbranche, die einen Verein gründen werden, bei dem es um die Förderung von regionaler Musikwirtschaft in Sachsen geht und die in einem sachsenweiten Internetradio eine optimale Netzwerkplattform sehen. Wir werden Euch dazu auf dem Laufenden halten.

JINGLES GESUCHT

Kein Radio ohne Jingles – früher hatte ich sogar mal diverse LPs voll solch skuriler “Audioteaser” und an wirklich guten Tagen verfolgt mich stundenlang ein kurzes “Radio Lausitz” als Ohrwurm.

Wir aber haben bisher erst einen :(

Nun sind wir zwar auch kein Radiosender. Jedenfalls war das nicht unsere Intention*, aber….

OK zurück zu “das bekannteste aus den 60ern und übermorgen” und dem thema “Erkennungsmelodie”

Nur ein Jingle, man, das kann doch nicht alles sein bei soviel Musikern und Musikerinnen und kreativen Köpfen unter den bisherigen Unterzeichnern!

Also los: Ran an Melodika, Cubase, Synthie und/oder Kontrabass und her mit Euren Jingles.

Gesucht sind bissige Slogans (jaja, der war platt) und/oder 2 – ? sekündige Ohrwürmer.

Ich leg mal mit Sloganbasierten Varianten vor (Melodien schreiben sich so schlecht), um zu beweisen, wie dringend wir Hilfe von außen brauchen:

“Eure gute Laune am morgen geht uns am OHRsch vorbei”
“Radio in Sachsen – das sind Scham-Puh und Klöspülung in einem”
“BISS.FM – Abrockprämie für alle”
“Ich kaufe ein I und ein Q”
“BISS.FM – Radio für Leutschings wie Dir und mich seine”

Ich sag ja, wir brauchen WIRKLICH DRINGEND Eure Hilfe…

Zermatert Euch jetzt aber nicht den Kopf über blöde Sprüche, eigentlich wären richtige Erkennungsmelodien (find ich echt schöner als “Jingles”) mit gesungenem, gesprochenem, gerapptem, gehauchtem, geschrienem, gesächseltem, gehochdeutschtem “BISS.FM” viel wichtiger

Bitte alle Files (ja, alles) an info[at]biss.fm und zwar am Besten gestern.

Warum?

*Das steht hier in den nächsten Tagen

DANKE DANKE DANKE

DIGITAL RADIO: Was denn nun eigentlich? Sachsen will mehr Vielfalt – aber bitte bloß nicht jetzt!?!

Vielleicht erklärt mir das mal jemand?

Sachsen sprintet dem digitalen Radio entgegen und gefällt sich in der Vorreiterrolle. Immer wieder wird kommuniziert – zum Beispiel heute in der SZ - dass damit ja vor allem mehr Sender und somit eine größere Vielfalt möglich wäre.

Aber: Gleichzeitig werden freie Frequenzen nicht neu ausgeschrieben. Weder Motor.FM noch Sputnik sollen z.B. die ehemaligen BBC Frequenzen nutzen dürfen..

Hierzu konnte man unter anderem auf dem RADIOEINS Portal lesen

Nach dem Bekanntwerden des Rückzugs von BBC und RFI artikulierten Hörer der MDR-Jugendwelle Sputnik ihrerseits die Hoffnung, ihr Programm könnte künftig auch in Sachsen ausgestrahlt werden. Zu diesem Thema berichtete zuletzt der Evangelische Pressedienst im Frühjahr 2005 über eine Stellungnahme der sächsischen Staatskanzlei, man sei hierzu „gesprächsbereit“. Kurz darauf griff die SLM den MDR in scharfer Form an und bezeichnete in einer Pressemitteilung Bestrebungen, Sputnik in Sachsen auf UKW zu verbreiten, als „Ohrfeige gegen private Hörfunkveranstalter“.

So, und nun kommen wir wieder zur Aussage der SLM, sie sei in keinster Weise verantwortlich.

Die privaten Anbieter möchte ich einmal damit trösten, dass sie ja keine Hörer verlieren würden!!! Ich gehe eher davon aus, dass alle potentiellen SPUTNIK Hörer derzeit GAR KEIN Radio hören…

Und warum dann nicht MOTOR.FM? Ist ja schließlich auch ein privater Sender.

Also, ich komme nicht mit: Sachsen will mehr Vielfalt, aber bitte erst in 5 Jahren, obwohl es bereits jetzt ginge?

Wo steht die Antwort, die mir das plausibel erklärt?

“2 JAHRE NEXT LEVEL” – Sputnik zieht Bilanz

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, als MDR SPUTNIK im Dezember 2006 zur Pressekonferenz in die 13. Etage des MDRHochhauses nach Leipzig einlud und dort einen Programm-Relaunch zum Januar 2007 verkündete. Am vergangenen Donnerstag wurde eine Bilanz des neuen Programms gezogen, welches in Sachsen bisher wahrscheinlich nur Wenigen überhaupt aufgefallen ist, da eben nicht über UKW zu empfangen.

Grundsätzlich klingen die Sachen ja erstmal sehr gut.. So heißt es in der Infobroschüre, welche mir heute gleich von mehren Seiten geschickt wurde zum Beispiel:

“Aus einem sehr engen Musikkorsett der vergangenen
Jahre, das sich kurz vor dem Relaunch auf eine einzige
Musikfarbe (Black Music) und knapp 300 Titel in der
Rotation reduziert hatte, ist durch den Relaunch von
MDR SPUTNIK zum Januar 2007 ein Programm
entstanden, das mit rund 1000 Titeln alle
Musikgenres der aktuellen Popkultur abbildet. [..]
Die Musikplanung erfolgt – ganz ohne
externe Berater – handverlesen und in enger
Abstimmung mit den anderen redaktionellen Inhalten
im Programm.”

Da dürften JUMP und NRJ weit, weit, weit dahinter liegen, leider gibt es aber vorn dort keine offiziellen Zahlen.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Magazin INTRO hat sich nicht nur in meinen Augen bewährt, führt aber eben durchaus dazu, dass man selber eingestehen muss

“Zugegeben: Nicht gerade
ein leicht verdauliches
Programm für die Masse.
Eher ein Sender für eine
aufgeschlossene,
neugierige, clevere
Generation.”

Wie Dinge wie das Nachwuchsförderprogramm einzuschätzen sind, bin ich mir nicht sicher.

“Seit Dezember 2007 betreibt SPUTNIK mit den
öffentlich-rechtlichen Partnern Fritz vom rbb, sowie
YOUFM vom Hessischen Rundfunk eine gemeinsame
Internetplattform für neue Musik. Hier wird jungen
Bands und Künstlern die Möglichkeit gegeben sich in
einem werbefreien und nicht kommerziellen Umfeld
mit ihrer Musik zu präsentieren.”

Ich kenne kaum eine Band, die das wirklich intensiv nutzt. Ich denke, da ist man am Ende besser beraten, gut organisierte Wege zu finden, wie man Bands und deren myspace Profile verlinkt und eventuell darauf aufbauend Votings etc. durchführt, denn meine Erfahrung zeigt: Mehr als zwei Profile kann eine Band nicht mehr selbst pflegen. Aber nun gut, das ist Internet und nicht Radio und darauf legt der MDR auch besonders viel wert, dass SPUTNIK auch Experimentierfeld für neue Medien ist. Gerade im Bereich “Mobile” wird da aktuell sehr vieles ausprobiert. 158.000 Menschen haben sich bisher immerhin die iPhone Applikation via iTunes runtergeladen. Ich teste das in Kürze auch mal auf unserem Agentur-iPhone, wenn ich auch das Multiradio “ALBRECHT DR 315” endlich teste, welche uns die Hersteller freundlicherweise zum Ausprobieren hergeschickt haben..

Ich weiß nicht, ob das Infoblatt hier irgendwo zum Download im Netz rumschwirrt. Sobald dem so ist, wird es hier verlinkt.

Wie ist das bei Euch? Habt ihr den Wechsel des SPUTNIK Programms mitbekommen? Was haltet ihr davon? Was kann man besser machen? Was haltet ihr zum Beispiel von den englischsprachigen Nachrichten auf FM4?

Ich muss sagen, dass mir gerade das immer besser gefällt und mir gefällt der Gedanke, dass ein Sender in Sachsen vielleicht stündlich wechselnd die wichtigsten Schlagzeilen des Tages auch in russisch und englisch anteastert, um dann auf der Website in diesen Sprachen vertiefter zu berichten. Das könnte durchaus ein guter Weg sein, um mehr Internationalität auszustrahlen und um Web2.0 – Integrationsansätze zu finden.
Ist das übertreiben weit weg? Ich weiß es nicht..

Weiter weg als gedacht ist jedenfalls Sachsen-Anhalt. Denn auch wenn SPUTNIK sicher noch verbesserungsfähig ist (wer ist das nicht?), so gehen die Ansätze doch durchaus in die richtige Richtung…

Ich versuche jetzt noch einmal rauszufinden, wie die lokalredaktionellen Überlegungen damals aussahen, als der MDR für die Ausstrahlung von SPUTNIK in Sachsen gekämpft hat. Also ob dadurch auch neue Redakteure vor Ort eingestellt worden wären oder nicht..

S

POPMUSIKMARKT SACHSEN laut Kulturwirtschaftsbericht

Aller Anfang ist schwer und so liest sich auch der “erste Kulturwirtschaftsbericht für den Freistaat Sachsen” noch etwas unbeholfen und teilweise arg inhaltsleer. Zumindest in den Bereichen, die uns an dieser Stelle interessieren (Rundfunk und Popmusikmarkt) werden zwar immerhin zum ersten Mal Umsatzzahlen erhoben und als solche gebündelt veröffentlicht, aber dann wird zum Beispiel ein Fazit zum Popmusikmarkt veröffentlicht, bei dem man gar nicht weiß, ob nur die Verwertung von Aufnahmen (Label, Verlage) gemeint ist oder auch die Konzertwirtschaft und auch sonst wird eigentlich nichts gesagt.

Dort steht

Da der Popmusikmarkt ein junger Markt in der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft ist, gibt es nur gering institutionalisierte sowie wenig formalisierte Strukturen.

Das stimmt schon Mal – Siehe dazu gerne auch “Fachtag zur Förderung von Pop. und Rockmusik in Sachsen” .

Darüber hinaus befindet sich der Teilmarkt in einer technologiebedingten Transformationsphase, die ein zielführendes Eingreifen nicht zuletzt aufgrund der Marktdynamiken äußerst schwierig macht.
Momentan werden mehrere Vertriebsstrukturen parallel praktiziert, wenngleich keine Sicherheit existiert, welcher Vertreibsweg sich durchsetzen wird.

Wenn mit der “technologiebedingten Transformationsphase” der Wandel von CD zu MP3 und von Plattenladen zu Internet gemeint ist, dann befindet sich 1. der gesamte Musikmarkt (nicht nur Pop und nicht nur Sachsen) darin und 2. das schon seit 10 Jahren! Aber OK, musste wohl mal gesagt werden. Eventuell soll dies aber ja auch ein klitzekleiner Hinweis darauf sein, dass der “Vertriebskanal” Radio leider komplett ausfällt? :-) Ok, da interpretiere ich zu viel rein. Trotzdem: Da steht meiner Meinung nach eine schöne Paste&Copy Plattitüde aus jeder X-beliebigen Abhandlung an einer FH zum Thema Musikwirtschaft.

Nun gut, weiter im Text:

Ebenso schwierig gestaltet sich die auch die Frage des Urheberrechts, wobei vor allem die kleinteilig und hoch spezialisierten Wirtschaftseinheiten aufgrund Ihrer Kapitalstruktur nachteilig aufgestellt sind.

WIE IST DENN DAS JETZT BITTE GEMEINT? Haben wir in Sachsen ein eigenes Urhebergesetz neuerdings? Und was hat das Urhebergesetzt mit der Kapitalstruktur zu tun? Also, wenn damit gemeint ist, dass es keine Verlage gibt, die Vorschüsse zahlen können, dann sollte das da eventuell auch so stehen, denn aus diesem Nichtsatz wird nu wirklich keiner schlau. Erst recht keiner, der sowieso schon keine Ahnung hat und genau an die richtet sich der Bericht doch in erster Linie. In meinen Augen sollen sich schließlich auch Handlungsanweisungen ableiten können. Unter anderem an die Damen und Herren der Landesregierung. Und die stehen jetzt bestimmt da und schlußfolgernt: “Ja, oh weh, die Musikwirtschaft braucht mehr Geld, denn das Urheberrecht ist kompliziert” oder wie ist das gemeint?

Egal, weiter im Text

Da darüber hinaus große Unternehmen in der Branche in Sachsen fehlen, gibt es für die zahlreichen kleinen Unternehmen keine landesweiten Brückenköpfe, über die Marktzugänge erleichtert werden können. Letztlich werden die Schwächen des sächsischen Popmusikmarktes zum einen durch die hohe Fluktuation der Akteure sowie deren prekäre Arbeitsbedingungen bestimmt. Zum anderen sind Absatz- und Vertriebsstrukturen schwach ausgeprägt. Einige Marktteilnehmer haben dieses Manko erkannt und versuchen, neue Vertriebswege zu etablieren.

Tja, gerade das mit der Fluktuation (gen Berlin, Hamburg, Köln übrigens und nicht innerhalb Sachsens – schade, dass das nicht erhoben (oder erwähnt) wird, wieviele Kreative Sachsen den Rücken kehren) ist verdammt richtig. Was will ich aber auch als Mensch mit dem Traumberuf “Popmusik” (egal ob als Musiker, Verleger oder Label etc.) in einem Bundesland, wo alleine das Anschalten des Radios nur aufzeigt: “Alles, aber auch alles ist woanders . hier geht nichts, hier passiert nichts, hier werd ich nichts”

Sorry für diese etwas abschweifenden Gedanken…. To be continued as usal

Motor.fm nicht in Sachsen

Vom ersten Tag war klar. Das ist kein leichtes Thema! Wie kompliziert das aber wieder alles wird, das konnte ja auch kein Mensch ahnen…

Was ich zum Beispiel gar nicht wusste:

Motor.fm hat (zusammen mit einer Radioinitiative, die Programm für vietnamesische Migranten in Sachsen machen wollte) bei der Landesregierung in Sachsen offenbar bereits vor einiger Zeit freigewordene UKW-Frequenzen (ich nehme an die BBC Frequenzen) beantragt und diese aber nicht bekommen!

Die Begründung der Sächsischen Staatskanzlei: Da man in der Regel (und wohl auch laut Sächsichem Rundfunkstaatsvertrag) Verträge für acht Jahre schließt, geht das jetzt aber gar nicht, denn ab 2015 senden wir nur noch digital und bis dahin sind es a nur noch sechs. Ende, over and out – geht nicht, Jungs.

Jetzt heißt es aber mal Luft holen, denn damit kennen wir die Antwort auf unsere Petition bereits jetzt!

Die lautet dann in etwa: Ja, ja, da gibt es schon vielleicht die eine oder andere “freie” Frequenz (ich schätze: Leipzig 98,2 MHz, Chemnitz 88,9 MHz, Dresden 91,1 MHz und Pirna 96,4 MHz), aber die wurden nicht mehr neu ausgeschrieben sondern im Freihandverfahren an bestehende Sender verteilt, wenn ich das richtig verstanden habe.

Die Taz spricht in ihrem Artikel darüber von Sächsischen “DAB-Ajatollahs”.

Was genau aber machen wir jetzt daraus? Eine Digital-Radio Offensive – also ein wenn schon digital, denn jetzt schon digital – und zwar mit einem Sender, der unsere Forderungen erfüllt und zwar zu Konditionen, die erschwinglich sind (nach wie vor kann und will mir keiner sagen, was eine UKW Frequenz wie die der BBS gekostet hat und was das dann mit Einführung des digitalen Radios so kosten wird)? Ganz ehrlich, ich denke, wir wären fast alle bereit, ein digital taugliches Gerät zu kaufen, denn einige von uns gehen ja sogar jetzt schon mit dem Laptop in den Wäschekeller, um beim Bügeln ordentliches Radio zu hören.. (ok, “einige” sind übertreiben, einen kenn ich jedenfalls).

Oder machen wir doch (im Grunde wie bisher) Alarm dafür, dass die freien Frequenzen doch noch einmal ausgeschrieben werden und eben nur für einen begrenzten Zeitraum und zwar inhaltlich an unsere Forderungen (Jugendradio) angepasst?

Wir werden in jedem Fall mit Euch gemeinsam Vorschläge erarbeiten, denn wir sind die, die derzeit nichts zu hören (und nichts zu lachen) haben!

Zu Motor.fm

Ich persönlich (!!!) empfinde Motor.fm immer noch als ein eher kritisches Projekt, denn die derartige Nähe zu anderen Teilen der Unternehmensgruppe im Bereich der Musikvermarktung sind mir schon etwas suspekt. Bei allem Respekt vor der Arbeit von Tim Renner (“Mit Motor Entertainment hat Renner eine Firmengruppe aufgebaut, zu der neben einem Radiosender mit terrestrischen Frequenzen in Berlin, Brandenburg und Stuttgart (Motor FM), ein Musikverlag, eine Booking Agentur für das Tourgeschäft, Management (z.B. Polarkreis 18) und Label (Motor Music) sowie der IPTV-Sender Motor TV gehört” Wikipedia), dem ich auch schon zweimal persönlich begegnet bin und der schon sehr fit und engagiert ist und mit aller Liebe zu der teilweise (Achtung, subjektiv) wirklich geilen Musik auf motor.fm: Das Geschäftsmodel bleibt mit nach wie vor ein Geheimnis und entsprich nicht 100% meiner Vorstellung dessen, was hier fehlt. Beispiel “Lokalredaktion”. OK, in Stuttgart gibt es ein zweistündiges Regionalfenster, aber reicht das für einen Sender, eine regionale Popkultur und Musikwirtschaft ernsthaft weiterzubringen, was ja in meinen Augen schon ein wichtiger Aspekt des Ganzen sein sollte? Und (vor allem) wie objektiv kann ein Sender arbeiten, dessen Beteiligungen so deutlich sind wie hier? Hat ein anderer Club eine Chance auf die Nennung seines Konzertabends, wenn am gleichen Abend eine Band von “Motor Music” in der Stadt spielt?

Radio ist nicht nur eine direkte Einnahmequelle für Urheber und Labels, es ist auch nach wie vor eine der wichtigsten Promotioninstrumente…

Dennoch: Natürlich 100Mal lieber Motor.FM als das, was da ist und mich würde mal schwer interessieren, ob noch andere einen Antrag auf diese Frequenz gestellt haben?!?!?

Wir werden jedenfalls garantiert nicht locker lassen und die Landesregierung in Sachsen mit dieser formellen Abspeisung in Ruhe lassen.

Jetzt aber gehe ich erst mal friedlich ins Bett.

Beschwerung ist ja erst Ende Mai, bis dahin kann sich auf dem konkreten Wunschzettel jedes Einzelnen also noch was tun!

Bestehen bleibt:

Wie verdienen ein besseres Radio und mit einer Landesregierung, die durchaus weiß, wie man auch mal seine Meinung ändern kann, mit der muss man eben reden. Und ich hoffe, es reden noch viele, viele weitere mit.

Sputnik und Jump in Sachsen Anhalt nahezu gleichauf – Media Analyse 2009 Radio I

Das könnte für Diskussionen sorgen im Hause MDR. Während JUMP in Sachsen Anhalt weiter Hörer verloren hat, legt SPUTNIK in gleicher Anzahl zu. Mittlerweile sind beide Formate nahezu gleich auf (JUMP siebenkommonochwas, SPUTNIK sechskommonochwas), wie die am 04.03.2009 veröffentlichte
Media Analyse 2009 Radio ergeben hat. Und das in einem Bundesland mit so abgefahrenen Kreativzentren wie Halle und Magdeburg (sorry Hauser, sorry Alex, sorry Rebekka, sorry Sachsen Anhalt – war nur n Scherz). Das Potential im Dreick Leipzig, Chemnitz, Dresden ist also verdammt hoch für SPUTNIK! Das sieht man auch daran, wie emotional die bisherigen Unterzeichner auf unsere kleine Aktion reagieren. Ich hätte nie damit gerechnet, dass eine so große Anzahl an Unterzeichnern auch noch einen Kommentar da läßt.. – und das sei auch mal erwähnt: jeder einzelne ist pure Motivation. Da ist Christoph Daum ein Nichts dagegen..-

Aber zum Thema:

Nun ist SPUTNIK sicher auch nocht nicht das ultimative A und O der Radiokultur aber eben doch z.B. durch enge Zusammenarbeit mit der INTRO und den eigenen Hörern sowie Eventkooperationen wie (pop up messe oder litpop weitaus näher dran am Puls der Subkultur und dem “guten Geschmack” als alle Sender in Sachsen zusammen.

Dazu sympathische Aussagen ala

“Keine Lust auf Trashwecken? Immer schön drauf hauen mit der Aufwachkeule? Dann bist du bei DEIN MORGEN definitiv richtig. Bei uns kannst du den Tag in Ruhe beginnen, oder wie es unsere Morgenredakteure Ingo und Jean-Marc formulieren: “Wir gehen dir nicht auf den Sack!““…..

Wie dem auch sei, SPUTNIK wird JUMP Feuer unterm Arsch machen, denke ich, und das ist ja auch gut so! Denn wirklich richtig super wäre es ja erst, wenn JUMP sich ebenso intensiv an RADIO1 orientieren würde wie SPUTNIK mit FRITZ kooperiert... Nur eben eigener – also “anderser” – was sowieso gerade mein Lieblingswort ist und in meinen Geheimplänen für einen immer lauter und öfter geforderten eigenen Sender eine wesentliche Marketingrolle spielt… Man wird ja wohl mal ein wenig rumspinnen dürfen…

Die Hoffnung auf eine andere Lösung als die, das SPUTNIK auch in Sachsen zu hören seid wird, habe ich fast aufgebeben. Aber immerhin konnten beide SPUTNIK Mitarbeiter, die ich im Zuge von Recherchearbeiten in letzter Zeit kennen lernen durfte, die großen Tauglichkeitsquizfragen beantworten und zwei Alben von Sonic Youth bennenen, haben Keith Flint nicht mit den Flintstones in Verbindung gebracht und kannten sowohl Richard D James als auch Lee Hollis… Das will doch schon mal was heißen..

Demnächst wieder mehr dazu.. nur anderser….

Stellungnahme der SLM

Wie von uns erwartet sieht sich die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) nicht als richtiger Ansprechpartner für unsere Forderung und nimmt dazu auf unser Bitten hin auch Stellung. Nicht ganz einverstanden bin ich mit dem Statement zur Förderung von Internetradioprojekten, denn die Förderung der so genannten Medienkompetenz gehört sehr wohl zu den Aufgaben der SLM..Sie versteht es aber wohl eher so, dass Radio BEISPIEL FM sich an den Sender wenden muss, um Förderung zu erlangen, als das ein Förderprogramm dazu von sich aus aufgelegt wird. Aber dazu später mehr.

Eine offizielle Stellungnahme des MDR dagegen steht übrigens noch aus.

Auch hier wurde ich oft gefragt: “Was sollen die denn auch dazu sagen? Die wollen ja bestimmt Sputnik in Sachsen senden, kriegen aber dafür keine Frequenz.”

Nun, man könnte ja aber auch (z. Beispiel) darüber nachdenken, die Arbeit von MDR Info auf alle anderen Sender (Figaro, MDR 1, JUMP, Sputnik) je nach Themengebieten zu verteilen oder auch auf Figaro oder JUMP zu verzichten (im Gegensatz zu einem Jugendsender gibt es ja bereits mit D-Radio und D-Funk zwei Sender im Segment “Kultur” und mit NRJ einen Sender, der sehr nah am Format JUMP ist).

Also, wir sind gespannt, ob von dort noch etwas offizielles kommt – hier jedenfalls das Schreiben der SLM:

Ihre E-Mail vom 26. Februar 2009 über die Initiative von “BISS.FM” habe ich erhalten. Die Initiative wendet sich neben der SLM auch an den Sächsischen Landtag und den Mitteldeutschen Rundfunk. Was die Forderung nach einem öffentlich-rechtlichen Jugendradio für Sachsen anbetrifft, so ist hierfür die SLM nicht der richtige Ansprechpartner.

Hinsichtlich der Forderung nach einem Förderprogramm für nichtkommerzielle Radioprojekte von Schulen, Universitäten und Vereinen ist eine Zuständigkeit der SLM ebenfalls nicht gegeben, da dies zunächst eine Entscheidung der jeweiligen Einrichtung ist, ob und ggf. in welchem Umfang sie Radio veranstalten will und welche finanziellen Eigenmittel oder Personal hierfür zur Verfügung gestellt werden kann. Im Übrigen ist es der SLM grundsätzlich verwehrt, private Veranstalter aus der Rundfunkgebühr zu fördern (vgl. § 43 RStV). Die SLM kann daher die Radioveranstalter nur im Einzelfall unterstützen. Sie tut dies zum einen durch die jährliche Vergabe von Hörfunkpreisen, durch die Förderung von Reichweitenanalysen (Fallzahlerhöhung) und auch im Zusammenhang mit der Förderung einzelner Medienkompetenzprojekte.

Martin Deitenbeck

————————————————
Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk
und neue Medien (SLM)

Dudelfunk – Definition und Links

“Dudelfunk ist eine abwertende Bezeichnung für ein bestimmtes Sendekonzept der Hörfunksender [...] Die Auswahl der Musik ist speziell auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet, meistens “Adult Contemporary”. Die häufig externen Radioberater planen die Playlists nach festgelegten strategischen Vorgaben mit Hilfe von Computerprogrammen. Gängig ist insbesondere die sogenannte Rotation: Hierbei wird ein fester Bestand von meistens 120 bis 150 Musiktiteln immer wieder innerhalb eines bestimmten Zeitraums gespielt. Neue Titel kommen nur in die Rotation, wenn sie einer statistisch gestützten Bewertung durch Hörer unterzogen wurden. [...] Insbesondere ist Dudelfunk durch eine bestimmte Form der Moderation gekennzeichnet. Die Moderatoren bemühen sich um eine hörernahe, meistens ostentativ gut gelaunte Sprache. Die Wortbeiträge sind in erster Linie darauf ausgerichtet, den Hörer auf effektive Weise zu unterhalten oder allgemeine Service-Informationen (Wetter und Verkehrslage) anzubieten.” Wikipedia

Die oben genannten 120 bis 150 Titel sind beim Privatfunkangebot angeblich obligatorisch. JUMP hat wohl ca. 300, aber auch hier werden Hörerbefragungen durchgeführt.

Sputnik hat nach Angaben des Senders ca. 1.000 Titel in der Rotation und das ist wirklich mal eine richtig ordentliche Messlatte.

Lest doch hier noch ein paar interessante Dinge zu “Rotation” und “Dudelfunk” aus Hessen oder von Kalkofe zum Thema Formatradio, oder den Artikel “Rettet das Radio” in der Zeit, und das Interview mit Peter Radszuhn von Radio 1

Jingle – “Trauerspiel”

Radio hat ja eher weniger mit Lesen zu tun, und so präsentieren wir heute mit Stolz den ersten offiziellen BISS FM Radiospo(r)t. Read more »

Das ging schnell – biss.fm in der BILD

Knapp “unterm Bruch” (ok.. auf Seite 5) berichtet die BILD-Ausgabe Dresden heute über Biss FM

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Das offizielle Ziel heißt “viele” :-)

Hi Philipp, Du stellst weiter unten in einem Kommentar eine sehr berechtigte Frage, nämlich wieviele Unterschriften wir eigentlich zu sammeln hoffen, und dass Du was von einem Vergleich mit den Hörerzahlen von JUMP gelesen hast.

Also, das mit den JUMP Zahlen haben wir eher sehr spontan in einem Interview mit uns selbst rausposaunt, als dass es wirklich unser offizielles Ziel wäre. Das wäre auch etwas sehr vermessen und inhaltsleer, da wir ja NICHT GEGEN JUMP sondern FÜR EIN ALTERNATIVES JUGENDRADIO eintreten. Ich denke, beides kann durchaus auch nebeneinander funktionieren. In Sachsen-Anhalt funktioniert das mit JUMP und Sputnik ja auch.

Da dies kein offiziele Petition ist, braucht es auch nicht eine Menge von “X” Stimmen sondern einfach nur ein überzeugendes Ergebnis, was uns das Gefühl gibt, dass wir keineswegs alleine sind mit unserer Forderung nach einem “besseren” Radio und das uns Selbstbewusstsein gibt, lauter und lauter zu werden.

JUMP hören übrigens nach Angaben, die ich fand, etwa 250.000 Leute durchschnittlich (in allen drei angeschlossenen Bundesländern), wobei man diesen Zahlen nie wirklich ganz trauen kann, denn diese Zahlen werden ja nur durch Umfragen gemessen. Und da wird viel hochgerechnet und vor allem oftmals von den Sendern versucht zu manipulieren, in dem man sich durch Aktionen so bekannt macht, dass auf die Frage “Welche Sender hörst Du” gerne auch mal der Name des Senders fällt, dessen Moderator am Tag vorher seiner Kollegin live im TV beim Bundesvisionsongcontest in den Busen gekniffen hat. Prompt steigen bei der nächsten Umfrage auch die angeblichen Hörerzahlen. Dazu mehr zu lesen auf Blogmedien, welches sowieso ein zu empfehlendes Blog ist. Aber das nur am Rande, das hat mit unseren Forderungen und mit Jump nu wirklich nichts zu tun.

Daher zurück zum Thema:

Ganz ehrlich? Ich persönlich würde mir wünschen, dass wir mindestens 2.500 Unterschriften bis Ende Mai sammeln. Wenn uns das nicht gelingt, dann war es nämlich ziemlich für die Katz und wir sind vielleicht wirklich nur so ein kleiner Haufen, denen das Thema noch am Herzen liegt.

Wenn uns das (oder mehr) aber gelingt, dann kann man wenigstens über ein egal.wie.scheisse.die.welt.auch.ist.trauerfeier* im Sommer 09 in riesiger Runde nachdenken. Wäre ja auch was.

Wir haben uns aber strikt dagegen entschieden, ein offizielles Ziel auszugeben. Die eine hofft auf 5.000, der nächste auf gerade mal 1.000. Eins ist Fakt: Ob 1.004 oder 10.052 Unterschriften, wir werden mit jeder Unterschrift stärker.

* Idealerweise am 30.08. zum Geburtstag des verstorbenen John Peel, dessen Leben als Radio DJ großen Einfluß auf meine musikalische Bildung hatte, als ich noch Radio Bremen 4 Hörer war. Da seine Sendung auch bei DT 64 zu hören war und er alles verkörperte, was alternatives Radio ausziechnet (Mut, Geschmack, Toleranz, Engagement, Humor) bin ich schon jetzt dafür, obwohl ich natürlich lieber mehr als 2.500 Unterschriften hätte.

“Verliert afro-amerikanische Musik ihren BISS?”

“Amerikas Black Music war immer die Musik der Unterdrückten. Verliert die afro-amerikanische Musik durch einen schwarzen Präsidenten ihren Biss?”

fragt der Rolling Stone in seiner Februar-Ausgabe und gibt damit mal ein Beispiel, wie man Pop&Politik in einem Beitrag interessant verarbeiten kann. Wo ist der Radio-Redakteur in Sachsen, der Public Enemy kennt, oder überhaupt auf Texte achtet?

Ich will ein Radio, was Themen wie diese aufgreift.

Radiointerview zu Biss FM

SZ MeldungNachdem wir gestern aufgrund eines Artikels in der SZ etwas fixer als geplant die Aktion Biss FM gestartet haben, fuehrten wir kurzerhand gestern abend ein kurzes Interview in meiner Radioshow Megabits & hits , von Initiator zu Initiator gewissermassen.

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Biss FM – Es geht los

Wir sind der Meinung, dass wir ein besseres Radio verdienen.

Mit dem heutigen Tag beginnen wir, Mitstreiter für unsere Forderungen zu gewinnen.

Hier im Newsblog ist Platz, mit uns zu diskutieren, Anregungen zu geben oder auf andere Art und Weise die Aktion zu kommentieren.

Außerdem werden wir Euch hier ständig auf dem Laufenden halten über alles, was wir für als relevant für unsere Initiative erachten.

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