POPMUSIKMARKT SACHSEN laut Kulturwirtschaftsbericht
Aller Anfang ist schwer und so liest sich auch der "erste Kulturwirtschaftsbericht für den Freistaat Sachsen" noch etwas unbeholfen und teilweise arg inhaltsleer. Zumindest in den Bereichen, die uns an dieser Stelle interessieren (Rundfunk und Popmusikmarkt) werden zwar immerhin zum ersten Mal Umsatzzahlen erhoben und als solche gebündelt veröffentlicht, aber dann wird zum Beispiel ein Fazit zum Popmusikmarkt veröffentlicht, bei dem man gar nicht weiß, ob nur die Verwertung von Aufnahmen (Label, Verlage) gemeint ist oder auch die Konzertwirtschaft und auch sonst wird eigentlich nichts gesagt.
Dort steht
Da der Popmusikmarkt ein junger Markt in der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft ist, gibt es nur gering institutionalisierte sowie wenig formalisierte Strukturen.
Das stimmt schon Mal - Siehe dazu gerne auch "Fachtag zur Förderung von Pop. und Rockmusik in Sachsen" .
Darüber hinaus befindet sich der Teilmarkt in einer technologiebedingten Transformationsphase, die ein zielführendes Eingreifen nicht zuletzt aufgrund der Marktdynamiken äußerst schwierig macht.
Momentan werden mehrere Vertriebsstrukturen parallel praktiziert, wenngleich keine Sicherheit existiert, welcher Vertreibsweg sich durchsetzen wird.
Wenn mit der "technologiebedingten Transformationsphase" der Wandel von CD zu MP3 und von Plattenladen zu Internet gemeint ist, dann befindet sich 1. der gesamte Musikmarkt (nicht nur Pop und nicht nur Sachsen) darin und 2. das schon seit 10 Jahren! Aber OK, musste wohl mal gesagt werden. Eventuell soll dies aber ja auch ein klitzekleiner Hinweis darauf sein, dass der "Vertriebskanal" Radio leider komplett ausfällt? :-) Ok, da interpretiere ich zu viel rein. Trotzdem: Da steht meiner Meinung nach eine schöne Paste&Copy Plattitüde aus jeder X-beliebigen Abhandlung an einer FH zum Thema Musikwirtschaft.
Nun gut, weiter im Text:
Ebenso schwierig gestaltet sich die auch die Frage des Urheberrechts, wobei vor allem die kleinteilig und hoch spezialisierten Wirtschaftseinheiten aufgrund Ihrer Kapitalstruktur nachteilig aufgestellt sind.
WIE IST DENN DAS JETZT BITTE GEMEINT? Haben wir in Sachsen ein eigenes Urhebergesetz neuerdings? Und was hat das Urhebergesetzt mit der Kapitalstruktur zu tun? Also, wenn damit gemeint ist, dass es keine Verlage gibt, die Vorschüsse zahlen können, dann sollte das da eventuell auch so stehen, denn aus diesem Nichtsatz wird nu wirklich keiner schlau. Erst recht keiner, der sowieso schon keine Ahnung hat und genau an die richtet sich der Bericht doch in erster Linie. In meinen Augen sollen sich schließlich auch Handlungsanweisungen ableiten können. Unter anderem an die Damen und Herren der Landesregierung. Und die stehen jetzt bestimmt da und schlußfolgernt: "Ja, oh weh, die Musikwirtschaft braucht mehr Geld, denn das Urheberrecht ist kompliziert" oder wie ist das gemeint?
Egal, weiter im Text
Da darüber hinaus große Unternehmen in der Branche in Sachsen fehlen, gibt es für die zahlreichen kleinen Unternehmen keine landesweiten Brückenköpfe, über die Marktzugänge erleichtert werden können. Letztlich werden die Schwächen des sächsischen Popmusikmarktes zum einen durch die hohe Fluktuation der Akteure sowie deren prekäre Arbeitsbedingungen bestimmt. Zum anderen sind Absatz- und Vertriebsstrukturen schwach ausgeprägt. Einige Marktteilnehmer haben dieses Manko erkannt und versuchen, neue Vertriebswege zu etablieren.
Tja, gerade das mit der Fluktuation (gen Berlin, Hamburg, Köln übrigens und nicht innerhalb Sachsens - schade, dass das nicht erhoben (oder erwähnt) wird, wieviele Kreative Sachsen den Rücken kehren) ist verdammt richtig. Was will ich aber auch als Mensch mit dem Traumberuf "Popmusik" (egal ob als Musiker, Verleger oder Label etc.) in einem Bundesland, wo alleine das Anschalten des Radios nur aufzeigt: "Alles, aber auch alles ist woanders . hier geht nichts, hier passiert nichts, hier werd ich nichts"
Sorry für diese etwas abschweifenden Gedanken.... To be continued as usal
