Debatte um freie Radios ein Ablenkungsmanöver: Insiderwissen oder Verschwörungstheorie?
Hallo ?,
wer auch immer Du bist, ich hoffe ebenfalls sehr, daß Du Dich irrst. Danke in jedem Fall für die Zusendung dieses interessanten Gedankens per e-Mail. Zwar muss ich jetzt mit dem Gefühl ins Bett gehen, Bestandteil/Opfer einer politischen Intrige zu sein. Aber damit kann ich am Ende besser umgehen als mit der neuen "Best of" von Fools Garden....:-)
Ich neige dennoch dazu, den Inhalt Deine Mail eher für eine nette Verschwörungstheorie zu halten als für Insiderwissen. Vor allem solltest Du die wirklich nennenswerten Kompromissvorschläge aufzeigen. Bisher kam da doch nur ziemlich arrogantes Verhalten zu Tage.
Ich persönlich sehe ja eh vielmehr die größte Verantwortung für die Finanzierung der Bürgerradios bei den Städten und nicht bei den Privatradios und nicht beim Land, aber das ist ein Thema, über das ich schon seit Tagen bloggen möchte, aber keine Zeit finde. Sorry!
Lieber Sebastian
sogar bei Twitter kann man manchmal zwischen den Zeilen lesen und mit deinem letzten Tweet zur Debatte über die Finanzierung der NKL hast du unserer Meinung nach ein wichtiges Problem erkannt und genannt. Bei uns im Sender denken auf jeden Fall viele, dass euer Anliegen durch diese Diskussion nicht nur in den Hintergrund treten könnte. Wir vermuten sogar, dass es nur darum gegangen sein könnte, eurer Petition den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Das Argument ist einfach: Bei der Finanzierung der NKL geht es um gerade einmal 40.000 Euro! Und 40.000 Euro sind für den Zusammenschluss aller Privatsender in Sachsen auch in Zeiten der Krise keine Summe, die man plötzlich nicht bezahlen könnte! Eure Forderung nach einem weiteren Sender dagegen, würde bei erfolgreicher Umsetzung sehr, sehr viel Geld kosten. Ob ein neuer Sender Sputnik oder Motor heißen würde und egal ob der Werbung senden würde oder nicht. Jeder Alternative wäre eine echte Gefahr für die bestehenden Sender und den Verantwortlichen ging garantiert die Muffe, weil das Thema Digitalisierung ja auch bei den Sendern als erledigt betrachtet wird und somit eigentlich freie Frequenzen wieder ausgeschrieben werden müssten.
So aber werden ein paar Kompromisse ausgehandelt und Kooperationsbereitschaft gezeigt, und wenn dann eure Petition bearbeitet wird, kann sich jeder darauf berufen, dass man doch schon bei den NKL nachgegeben hat und das Maß jetzt voll ist. Auch die Politiker werden kein Interesse haben, sich dem Thema Radio schon wieder zu widmen. In jedem Falle würden sich die Privaten zurücklehnen, und auf Jump verweisen und fordern, dass sich erst einmal dort sich etwas ändern sollte, aber man selbst ja schon Opfer genug gebracht hat.
Ich hoffe nur, dass ich Unrecht habe [..]
Anmerkung: Mit NKL sind übrigens "nichtkommerzielle Lokalradios gemeint" (seb)
