Motor.fm nicht in Sachsen

Vom ersten Tag war klar. Das ist kein leichtes Thema! Wie kompliziert das aber wieder alles wird, das konnte ja auch kein Mensch ahnen... Was ich zum Beispiel gar nicht wusste: Motor.fm hat (zusammen mit einer Radioinitiative, die Programm für vietnamesische Migranten in Sachsen machen wollte) bei der Landesregierung in Sachsen offenbar bereits vor einiger Zeit freigewordene UKW-Frequenzen (ich nehme an die BBC Frequenzen) beantragt und diese aber nicht bekommen! Die Begründung der Sächsischen Staatskanzlei: Da man in der Regel (und wohl auch laut Sächsichem Rundfunkstaatsvertrag) Verträge für acht Jahre schließt, geht das jetzt aber gar nicht, denn ab 2015 senden wir nur noch digital und bis dahin sind es a nur noch sechs. Ende, over and out - geht nicht, Jungs. Jetzt heißt es aber mal Luft holen, denn damit kennen wir die Antwort auf unsere Petition bereits jetzt! Die lautet dann in etwa: Ja, ja, da gibt es schon vielleicht die eine oder andere "freie" Frequenz (ich schätze: Leipzig 98,2 MHz, Chemnitz 88,9 MHz, Dresden 91,1 MHz und Pirna 96,4 MHz), aber die wurden nicht mehr neu ausgeschrieben sondern im Freihandverfahren an bestehende Sender verteilt, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Taz spricht in ihrem Artikel darüber von Sächsischen "DAB-Ajatollahs". Was genau aber machen wir jetzt daraus? Eine Digital-Radio Offensive - also ein wenn schon digital, denn jetzt schon digital - und zwar mit einem Sender, der unsere Forderungen erfüllt und zwar zu Konditionen, die erschwinglich sind (nach wie vor kann und will mir keiner sagen, was eine UKW Frequenz wie die der BBS gekostet hat und was das dann mit Einführung des digitalen Radios so kosten wird)? Ganz ehrlich, ich denke, wir wären fast alle bereit, ein digital taugliches Gerät zu kaufen, denn einige von uns gehen ja sogar jetzt schon mit dem Laptop in den Wäschekeller, um beim Bügeln ordentliches Radio zu hören.. (ok, "einige" sind übertreiben, einen kenn ich jedenfalls). Oder machen wir doch (im Grunde wie bisher) Alarm dafür, dass die freien Frequenzen doch noch einmal ausgeschrieben werden und eben nur für einen begrenzten Zeitraum und zwar inhaltlich an unsere Forderungen (Jugendradio) angepasst? Wir werden in jedem Fall mit Euch gemeinsam Vorschläge erarbeiten, denn wir sind die, die derzeit nichts zu hören (und nichts zu lachen) haben! Zu Motor.fm Ich persönlich (!!!) empfinde Motor.fm immer noch als ein eher kritisches Projekt, denn die derartige Nähe zu anderen Teilen der Unternehmensgruppe im Bereich der Musikvermarktung sind mir schon etwas suspekt. Bei allem Respekt vor der Arbeit von Tim Renner ("Mit Motor Entertainment hat Renner eine Firmengruppe aufgebaut, zu der neben einem Radiosender mit terrestrischen Frequenzen in Berlin, Brandenburg und Stuttgart (Motor FM), ein Musikverlag, eine Booking Agentur für das Tourgeschäft, Management (z.B. Polarkreis 18) und Label (Motor Music) sowie der IPTV-Sender Motor TV gehört" Wikipedia), dem ich auch schon zweimal persönlich begegnet bin und der schon sehr fit und engagiert ist und mit aller Liebe zu der teilweise (Achtung, subjektiv) wirklich geilen Musik auf motor.fm: Das Geschäftsmodel bleibt mit nach wie vor ein Geheimnis und entsprich nicht 100% meiner Vorstellung dessen, was hier fehlt. Beispiel "Lokalredaktion". OK, in Stuttgart gibt es ein zweistündiges Regionalfenster, aber reicht das für einen Sender, eine regionale Popkultur und Musikwirtschaft ernsthaft weiterzubringen, was ja in meinen Augen schon ein wichtiger Aspekt des Ganzen sein sollte? Und (vor allem) wie objektiv kann ein Sender arbeiten, dessen Beteiligungen so deutlich sind wie hier? Hat ein anderer Club eine Chance auf die Nennung seines Konzertabends, wenn am gleichen Abend eine Band von "Motor Music" in der Stadt spielt? Radio ist nicht nur eine direkte Einnahmequelle für Urheber und Labels, es ist auch nach wie vor eine der wichtigsten Promotioninstrumente... Dennoch: Natürlich 100Mal lieber Motor.FM als das, was da ist und mich würde mal schwer interessieren, ob noch andere einen Antrag auf diese Frequenz gestellt haben?!?!? Wir werden jedenfalls garantiert nicht locker lassen und die Landesregierung in Sachsen mit dieser formellen Abspeisung in Ruhe lassen. Jetzt aber gehe ich erst mal friedlich ins Bett. Beschwerung ist ja erst Ende Mai, bis dahin kann sich auf dem konkreten Wunschzettel jedes Einzelnen also noch was tun! Bestehen bleibt: Wie verdienen ein besseres Radio und mit einer Landesregierung, die durchaus weiß, wie man auch mal seine Meinung ändern kann, mit der muss man eben reden. Und ich hoffe, es reden noch viele, viele weitere mit.

Sputnik und Jump in Sachsen Anhalt nahezu gleichauf - Media Analyse 2009 Radio I

Das könnte für Diskussionen sorgen im Hause MDR. Während JUMP in Sachsen Anhalt weiter Hörer verloren hat, legt SPUTNIK in gleicher Anzahl zu. Mittlerweile sind beide Formate nahezu gleich auf (JUMP siebenkommonochwas, SPUTNIK sechskommonochwas), wie die am 04.03.2009 veröffentlichte Media Analyse 2009 Radio ergeben hat. Und das in einem Bundesland mit so abgefahrenen Kreativzentren wie Halle und Magdeburg (sorry Hauser, sorry Alex, sorry Rebekka, sorry Sachsen Anhalt - war nur n Scherz). Das Potential im Dreick Leipzig, Chemnitz, Dresden ist also verdammt hoch für SPUTNIK! Das sieht man auch daran, wie emotional die bisherigen Unterzeichner auf unsere kleine Aktion reagieren. Ich hätte nie damit gerechnet, dass eine so große Anzahl an Unterzeichnern auch noch einen Kommentar da läßt.. - und das sei auch mal erwähnt: jeder einzelne ist pure Motivation. Da ist Christoph Daum ein Nichts dagegen..- Aber zum Thema: Nun ist SPUTNIK sicher auch nocht nicht das ultimative A und O der Radiokultur aber eben doch z.B. durch enge Zusammenarbeit mit der INTRO und den eigenen Hörern sowie Eventkooperationen wie (pop up messe oder litpop weitaus näher dran am Puls der Subkultur und dem "guten Geschmack" als alle Sender in Sachsen zusammen. Dazu sympathische Aussagen ala "Keine Lust auf Trashwecken? Immer schön drauf hauen mit der Aufwachkeule? Dann bist du bei DEIN MORGEN definitiv richtig. Bei uns kannst du den Tag in Ruhe beginnen, oder wie es unsere Morgenredakteure Ingo und Jean-Marc formulieren: "Wir gehen dir nicht auf den Sack!“"..... Wie dem auch sei, SPUTNIK wird JUMP Feuer unterm Arsch machen, denke ich, und das ist ja auch gut so! Denn wirklich richtig super wäre es ja erst, wenn JUMP sich ebenso intensiv an RADIO1 orientieren würde wie SPUTNIK mit FRITZ kooperiert... Nur eben eigener - also "anderser" - was sowieso gerade mein Lieblingswort ist und in meinen Geheimplänen für einen immer lauter und öfter geforderten eigenen Sender eine wesentliche Marketingrolle spielt... Man wird ja wohl mal ein wenig rumspinnen dürfen... Die Hoffnung auf eine andere Lösung als die, das SPUTNIK auch in Sachsen zu hören seid wird, habe ich fast aufgebeben. Aber immerhin konnten beide SPUTNIK Mitarbeiter, die ich im Zuge von Recherchearbeiten in letzter Zeit kennen lernen durfte, die großen Tauglichkeitsquizfragen beantworten und zwei Alben von Sonic Youth bennenen, haben Keith Flint nicht mit den Flintstones in Verbindung gebracht und kannten sowohl Richard D James als auch Lee Hollis... Das will doch schon mal was heißen.. Demnächst wieder mehr dazu.. nur anderser....

Stellungnahme der SLM

Wie von uns erwartet sieht sich die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) nicht als richtiger Ansprechpartner für unsere Forderung und nimmt dazu auf unser Bitten hin auch Stellung. Nicht ganz einverstanden bin ich mit dem Statement zur Förderung von Internetradioprojekten, denn die Förderung der so genannten Medienkompetenz gehört sehr wohl zu den Aufgaben der SLM..Sie versteht es aber wohl eher so, dass Radio BEISPIEL FM sich an den Sender wenden muss, um Förderung zu erlangen, als das ein Förderprogramm dazu von sich aus aufgelegt wird. Aber dazu später mehr. Eine offizielle Stellungnahme des MDR dagegen steht übrigens noch aus. Auch hier wurde ich oft gefragt: "Was sollen die denn auch dazu sagen? Die wollen ja bestimmt Sputnik in Sachsen senden, kriegen aber dafür keine Frequenz." Nun, man könnte ja aber auch (z. Beispiel) darüber nachdenken, die Arbeit von MDR Info auf alle anderen Sender (Figaro, MDR 1, JUMP, Sputnik) je nach Themengebieten zu verteilen oder auch auf Figaro oder JUMP zu verzichten (im Gegensatz zu einem Jugendsender gibt es ja bereits mit D-Radio und D-Funk zwei Sender im Segment "Kultur" und mit NRJ einen Sender, der sehr nah am Format JUMP ist). Also, wir sind gespannt, ob von dort noch etwas offizielles kommt - hier jedenfalls das Schreiben der SLM: Ihre E-Mail vom 26. Februar 2009 über die Initiative von "BISS.FM" habe ich erhalten. Die Initiative wendet sich neben der SLM auch an den Sächsischen Landtag und den Mitteldeutschen Rundfunk. Was die Forderung nach einem öffentlich-rechtlichen Jugendradio für Sachsen anbetrifft, so ist hierfür die SLM nicht der richtige Ansprechpartner. Hinsichtlich der Forderung nach einem Förderprogramm für nichtkommerzielle Radioprojekte von Schulen, Universitäten und Vereinen ist eine Zuständigkeit der SLM ebenfalls nicht gegeben, da dies zunächst eine Entscheidung der jeweiligen Einrichtung ist, ob und ggf. in welchem Umfang sie Radio veranstalten will und welche finanziellen Eigenmittel oder Personal hierfür zur Verfügung gestellt werden kann. Im Übrigen ist es der SLM grundsätzlich verwehrt, private Veranstalter aus der Rundfunkgebühr zu fördern (vgl. § 43 RStV). Die SLM kann daher die Radioveranstalter nur im Einzelfall unterstützen. Sie tut dies zum einen durch die jährliche Vergabe von Hörfunkpreisen, durch die Förderung von Reichweitenanalysen (Fallzahlerhöhung) und auch im Zusammenhang mit der Förderung einzelner Medienkompetenzprojekte. Martin Deitenbeck
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Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk
und neue Medien (SLM)