Offener Brief an den MDR Rundfunkrat: SPUTNIK muss besonders bleiben

Vielleicht habt Ihr es bei uns oder woanders bereits gelesen oder am eigenen Ohr erfahren: Derzeit gibt es massive, von oben diktierte Umbrüche bei MDR SPUTNIK, die wirklich Besorgnis erregend sind. In kleinem Kreis haben sich daher einige Mitstreiter von BISS.FM entschieden, einen offenen Brief an den MDR Rundfunkrat zu senden, der z.B. die Einhaltung des im Staatsvertrag festgelegten Programmauftrages überwacht und den Intendanten sowie die Direktoren wählt (letzteres zum nächsten Mal im September). Insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Wahlen möchten wir die Mitglieder des Rundfunkrats auf einige Punkte aufmerksam machen, die vielleicht so sonst nicht zur Sprache kommen, vor allem aus Sicht der Musikbranche, die ja leider in Mitteldeutschland ohnehin keine allzu große Lobby hat. Der Brief geht Anfang kommender Woche per Post an den Rundfunkrat, wer unterzeichnen möchte schreibe dies in den Kommentaren oder per e-Mail an info@biss.fm Denkanstoss vor Direktorenwahl – SPUTNIK muss besonders bleiben! Sehr geehrte Rundfunkräte des MDR, wenn Ihnen der Schuldirektor eines Gymnasiums erzählte, dass er an seiner Schule Aufsätze und Algebra aus dem Unterrichtsstoff verbannt habe, weil die Mehrheit seiner Schüler in einer Umfrage sich für mehr Sport und Musik ausgesprochen hätten, würden Sie diesem Mann bescheinigen, sein Amt mit dem nötigen Ernst auszufüllen? Wie würden Sie reagieren, wenn die Sächsische Staatsoper in Dresden keine Klassiker mehr aufführen würde, sondern nur noch Arien aus Walt Disney Verfilmungen, nur weil eine Umfrage so mehr Besucher prognostizierte? In beiden Fällen wären Sie – so hoffen wir - entsetzt und würden den gesellschaftlichen Auftrag dieser Häuser in Ihrer Kritik herausstellen. Diesen gesellschaftlichen (und politischen) Auftrag hat auch der MDR! Und daher beobachten wir mit Sorge die aktuellen Entwicklungen bei MDR SPUTNIK. Darf MDR SPUTNIK zu einer belanglosen Popwelle werden? Unserer Meinung nach passiert bei MDR SPUTNIK gerade genau das, was an einer Schule nie passieren dürfte und könnte: Das geistige und kulturelle Niveau eines der aus medienpädagogischer und kulturwirtschaftlicher Sicht besten deutschen Jugendradios wird aufgrund von Umfragen beschnitten, deren Wert für wirkliche journalistische Arbeit deutlich hinterfragt werden muss! Diese Beschneidung enttäuscht nicht nur jeden aufgeschlossenen, neugierigen, weltoffenen und intelligenten Jugendlichen im Sendegebiet, sie hat auch fatale Folgen für die (regionale) Kultur- und Kreativwirtschaft und für das Image Mitteldeutschlands bei entsprechenden Kandidaten. Nehmen wir die regionale Musikwirtschaft: Fast von einem Tag auf den anderen wurde bei SPUTNIK die musikalische Vielfalt in der Hauptsendezeit drastisch zusammengestaucht. Bekannte Titel wiederholen sich plötzlich permanent, während neue Titel und so genannte Independentkünstler im Gegensatz zu früher kaum noch eine Rolle spielen. Je mehr sich aber die Musikauswahl nach den Ergebnissen von Umfragen richtet, desto logischer ist es, dass nur Musik der Global-Player im Musikbusiness mit entsprechendem Marketingbudget gespielt wird. Denn wie soll ich mir in einer Umfrage Musik wünschen, die ich vorher noch nie (z.B. in TV- oder Radio- Sendungen) gehört habe? Es ist vielen nicht bewusst, aber es gilt die Faustregel, dass für eine Minute Sendezeit im öffentlichen Rundfunk ca. fünf Euro über die GEMA an die Urheber (Musikverlag, Komponist, Texter) und ausführenden Künstler (Labels, Produzenten, Musiker) ausgeschüttet werden. Somit unterstützt die neue Ausrichtung bei SPUTNIK finanziell nur noch die Global Player, die ihre Interpreten durch Fernsehauftritte, Printanzeigen und Promotiontourneen bekannt machen können. Für engagierte, talentierte und vor allem regionale Akteure der Musikwirtschaft war SPUTNIK eine der letzten Möglichkeiten, bekannt zu werden und Einnahmen zu erzielen. Beides ist im Internet noch lange nicht auf gleichem Niveau möglich! Eine Quotenkuh reicht! Zwei sind unverantwortlich! Mit dem Format JUMP leistet sich der MDR bereits einen Sender, der sich ganz offenbar nicht nach Inhalten oder Werten sondern allein nach Reichweite und Quoten ausrichtet. Die bekannte und weitläufig akzeptierte Begründung dafür ist, dass der MDR die Werbeerlöse von JUMP nutzt, um die Arbeit der Anstalt im Bereich der Kultur (Figaro), der Information (MDR Info), des Lokalfunks (MDR Sachsen) und der Jugend (SPUTNIK) zu finanzieren. Mit welchen Argumenten will (und vor allem darf) der MDR sich jedoch zwei Sender leisten, die in der Hauptsendezeit stetig rotierende Popmusik liefern und deren Informationsgehalt sich nicht von privaten Anbietern unterscheiden? Das ist unverantwortlich! Unverantwortlich gegenüber den privaten Stationen sowie den aufgeschlossenen, lernwilligen und neugierigen Jugendlichen und unverantwortlich gegenüber der (mittel)deutschen Kreativ- und Kulturwirtschaft. Für welche Werte steht der MDR? Was sind die Werte, die man mit dem MDR verbinden soll? Einheitsbrei und Niveaulosigkeit? Kulturelle Armut und Ignoranz gegenüber dem Bildungsauftrag? Innovationslosigkeit? MDR SPUTNIK stand für das Setzen von Trends, für Innovation, das Entdecken neuer Musik und engagiertes Auftreten gegen Rechtsextremismus. MDR SPUTNIK hat dadurch deutschlandweit bei jungen Menschen einen sehr guten Ruf und könnte als Imageträger bei Ausweitung auf UKW-Frequenzen in Thüringen und Sachsen, wo sich im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt mehr Kreativzentren befinden, ein wirklich entscheidendes Argument dafür liefern, hier zu studieren oder zu arbeiten. Aber welchen Anreiz schafft ein Sender, der sich nicht von anderen unterscheidet? Bitte denken Sie darüber nach, wenn Sie Ende September die neuen Direktoren des MDR wählen! Entscheiden Sie so, dass Sie auf die Inhalte der Sender stolz sind und nicht auf deren Reichweite bzw. denken Sie an die Reichweite, die durch diese Programmänderung endgültig verbaut wird; Denn mit diesem Einheitsprogramm wird eine Ausstrahlung via UKW in Sachsen und Thüringen endgültig zunichte gemacht!

Sputnik: Rätselraten ums Programm - Gastbeitrag von Christian Schubert

Tausend Dank an Christian Schubert für die Zusendung dieses spannenden Beitrags zur aktuellen Diskussion um MDR Sputnik, also dem Sender, dessen Fehlen in Sachsen unsere Aktion ja erst nötig gemacht hat. Wenn ich es richtig lese, dann befürchtet Christian zwischen den Zeilen sogar, dass Sputnik eventuell mittelfristig komplett eingestampft werden könnte. Das wäre natürliuch eine totale Katastrophe und das endgültige Armutszeugnis des MDR! Mit ein wenig mehr Wortanteil wird aus JUMP ja noch lange kein Sender, der irgendwelche Werte kommuniziert oder darstellt oder nur Ansatzweise an z.B. Radio 1 ran kommt. Mit ein wenig mehr Wortanteil würde aus JUMP vieleicht sowas wie N-Joy (NDR) und Nordlichter wissen, das St. Peter Ordning und Mallorca auf dem Äther manchmal noch näher beieinander sind als sowieso schon... Genug eingeleitet, hier der Beitrag: .............................................................................. Sputnik: Rätselraten ums Programm Ein Gastbeitrag von Christian Schubert .............................................................................. Seit einigen Wochen glauben zumindest einige Sputnik-Hörer, ihr Programm tagsüber nicht wiedererkennen zu können: die Musikfarbe habe sich verändert, hin zu dem, was man vom privaten Popfunk kennt. Es gäbe außerdem mehr Wiederholungen - eben genau dieser Mainstream-Nummern. Ende Juli gingen die ersten Hörer an die Öffentlichkeit, zwecks Reality- Check ihrer Wahrnehmungen - sie lösten weitere Wortmeldungen aus. Inzwischen scheinen weitere Fakten geschaffen worden zu sein. Hörer berichten, die Sendung "360°" am Sonnabend wäre eingestellt worden. Zumindest in der Programmübersicht taucht sie tatsächlich nicht mehr auf. "360°" war eine Sendung mit hohem Wortanteil, in der unter anderem Korrespondentenberichte aus dem Ausland gesendet wurden, gerne zu bestimmten thematischen Schwerpunkten. Weiterhin wurde von einem Hörer berichtet, daß die English News entfallen wären. Sprecherin Kira findet man nicht mehr auf der Onlineplattform mysputnik.de, auf sputnik.de sind aber sowohl die Sprecher als auch die English News noch verzeichnet. Sputnik selbst schweigt bislang zu allen Vorgängen, nur eine Rechtfertigung der hohen Musikrotation gab es - und die hätte auch vom Privatfunk stammen können. Sie liest sich wie das, was üblicherweise von Beratern diktierte Programme absondern, wenn sie denn mal etwas absondern. Parallel - und dadurch wird die ganze Sache pikant - wurde berichtet, Jump wäre inhaltlich aufgebohrt worden. Gibt es da etwa Zusammenhänge?

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Erfolgreiche Nachhilfe auf der (Pop Up Leipzig

Wir bedanken uns bei der (Pop Up Leipzig und allen, die den sächsischen Radiosendern bisher mit ihren Empfehlungen bzw. ihrer Musik Nachhilfe geben wollen. Die Materiallieferung vom (Pop Up-Wochenende am 7. und 8. Mai 2010 umfasst: lost.minds – www.myspace.com/lost.minds (Jena/Berlin) Kein Bock auf Nazis – www.keinbockaufnazis.de (Deutschland) Standek – www.myspace.com/standek (Saalfeld/Jena/Dresden/Leipzig) The Hi-Fly Orchestra - www.myspace.com/thehiflyorchestra (München) Pinksnotred – www.myspace.com/pinksnotred (Mainz) Polska Roots – www.myspace.com/eastblokmusic (Berlin) Dufferpit – www.myspace.com/dufferpit (Dresden/Leipzig/Berlin) Balkangrooves – www.myspace.com/eastblokmusic (Berlin) Omaha Records - www.omaha-records.de (Deutschland) Herr Hund – www.myspace.com/herrhund (Münster) Waggle-Daggle-Label – www.myspace.com/waggledaggle (Berlin/Freiburg) Godot – www.myspace.com/enattendantgodot (Braunschweig) Julian Gerhard – www.myspace.com/jonaskoehl (Münster) A5 Richtung Wir – www.myspace.de/a5richtungwir (Freiburg/Karlsruhe/Stuttgart) _pappmaché – www.myspace.com/pappmaschee (Hamburg) Selah Sue – www.myspace.com/selahsuemusic (Belgien) Wortfront – www.myspace.com/wortfront (Berlin) Grete Fisch – www.myspace.com/gretefisch (Sachsen) Novu – www.myspace.com/novumusic (Leipzig) Uriko – www.myspace.com/urikomusic (Aue/Bamberg/Dresden/Jena/Leipzig/München) Tempomatador – www.myspace.com/tempomatador (Kassel) Kommando Elefant – www.myspace.com/kommandoelefant (Österreich) Swim – www.swim-music.de (Berlin) Mikrokleinstgarten – www.myspace.com/mikrokleinstgarten (Dresden) Asuryan – www.myspace.com/asuryanband (Deutschland) Detector.fm Akustik Sessions – http://detektor.fm (Leipzig, www) Elektroboys – www.myspace.com/elektroboys (Deutschland) SweetHome Records – www.sweethomerecords.com (Limbach-Oberfrohna) Freddy Fischer and His Cosmic Rocktime Band – www.freddyfischer.de (Berlin) Bobby Pins and The Saloon Soldiers – www.myspace.com/bobbypinsandthesaloonsoldiers (Sachsen) Crashing Dreams – www.myspace.com/thecrashingdreams (Leipzig/Süssen) Neerström – www.myspace.com/neerstroem (Hannover) Meniak – www.myspace.com/meniakmusic (Chemnitz/Dresden/Markneukirchen/Jena/Nürnberg) Stalin vs. Band – www.myspace.com/stalinvsband (Dresden) The Who The What The Yeah – www.myspace.com/twtwty (Wien/Österreich) Ship Of Ara – www.myspace.com/shipofara (Essen) Suralin – www.myspace.com/suralinmusik (Hohenstein-Ernstthal) Phantom Stars – www.myspace.com/phantomrockstars (Leipzig) Return To Peeze – www.myspace.com/returntopeeze (Deutschland) Symbiont-Music - www.myspace.com/symbionts (Berlin) Mjuix – www.myspace.com/mjuix (Leipzig) Aus Zeitgründen ist noch unklar, wann wir die Musik ins Radio bringen (irgendwann im Juni) - Ihr könnt die Aktion deshalb weiterhin unterstützen, indem Ihr uns Eure Musik bzw. Wunschlieder schickt, die unbedingt einmal in sächsischen (Jugend)Radiosendern gespielt werden sollen, es aber bisher nicht in die Rotation geschafft haben. Alle Infos zur Aktion findet Ihr hier.

Hoffnungsschimmer oder schlechter Witz? JUMP ist Medienpartner des MELT-Festival

Das Line Up des Melt Festival und die Rotation auf MDR JUMP könnten innerhalb der Popwelt kaum weiter auseinander sein. Massive Attack. Goldfrapp, DJ Shadow, Jónsi, Shout out Louds, Booka Shade, Kings of Convenience, Kele, Turbostaat, Blood Red Shoes, Saalschutz, Beta, Ellen Alien, Matthias Tanzmann, The XX, Get Well Soon, Ja, Panik, Tiefschwarz und und und, wann bitte lief denn so was zuletzt im Hauptprogramm von JUMP? Umso erstaunlicher also, daß der öffentlich-rechtliche Spaßfunk JUMP plötzlich als Medienpartner des Festivals auftaucht und die Frage stellt sich: Ist das ein Hoffnungsschimmer? Haben die Verantwortlichen bei JUMP unsere angekündigte "Musiknachhilfe" vielleicht selber in Angriff genommen und ihre Redakteure zum "Indie-Seminar" Melt geschickt? Erwartet uns demnächst ein musikalischer Richtungswechsel mit mehr Bandbreite, mehr Abwechslung, mehr Tiefe, mehr Indie und somit auch einer deutlichen Abgrenzung von den Privaten? Oder ist eher andersrum zu erwarten, daß die Ausrichter des MELT Festivals demnächst mehr auf das typische Liquido hörende JUMP Publikum zielen und auch dieses Festival dem Mainstream-in-Mallorca Syndrom anheim fällt? Oder ist es einfach nur ein strategischer Schuss in den Ofen? Bei der Vorstellung, daß das berüchtigte JUMP Promotion Team mit seinen Pumuckl-Perücken und den grünen Overalls über das Festival hoppelt, welches als eins der letzten unabhängigen Events mit Seele und Herzblut durch die faden Festivalgewässer schippert, wird mir irgendwie ganz anders.. Was denkt Ihr darüber? Wie soll man diese Medienpartnerschaft deuten?

Newsletter: Petition abgelehnt - Die DEMO-Demo "Musiknachhilfe" - Festivaltickets gewinnen

Hallo zusammen, es gibt einige nicht so schöne Nachrichten und einige Trostpreise...... ZUR PETITION: Nachdem wir Anfang März noch verkünden mussten, dass auch nach 9 Monaten nur ein Posteingangsstempel auf unserer Petition für ein besseres Radio prangt, erhielten wir mittlerweile tatsächlich eine Art Ablehnungsbescheid vom Landtag mit der knapp zu fassenden Aussage, in keinem der genannten Punkte zuständig zu sein. Es gäbe eben keine Frequenzen, der MDR Rundfunkrat müsse sich um JUMP und die Überprüfung der nötigen Anforderungen seitens des Rundfunkstaatsvertrages kümmern und Förderprogramme für nichtkommerzielle Radioprojekte seien Aufgabe der SLM. Wir hatten schon gehofft, dass wir zu Gesprächen geladen werden und es zu einer öffentlichen Diskussion im Landtag um die Situation der Radiolandschaft für Jugendliche in Sachsen kommt. Nachlesen könnt Ihr das Schreiben des Petitionsausschusses hier DIE "DEMO-Demo": MUSIKNACHHILFE FÜR JUMP & NRJ - JETZT GÄSTELISTENPLÄTZE FÜRS ORANGEBLOSSOMSPECIAL GEWINNEN Aufgeben gilt nicht und deswegen versuchen wir jetzt mal, mit den Sendern in Dialog zu treten, die bereits da sind... Wir riefen ja bereits dazu auf, dass jede Band, jeder Produzent, jedes Label aus Sachsen bei uns CDs einreichen kann, die wir dann hoffentlich in möglichst großer Gruppe kurz vor den Ferien in Form einer DEMO-Demo zu genannten Sendern bringen, ganz einfach, um zu zeigen, was für musikalisches Potential in Sachsen steckt, das es leider nie in die Radiorotation schafft. Dazu nehmen wir auch am 7. und 8.5. an der (Pop Up – Messe in Leipzig teil und treiben dort die Aktion „Musik-Nachhilfe für NRJ und JUMP“ noch einmal so richtig an. Aber auch andere sachdienliche Hinweise, welche Musik Euch in den aktuellen Rotationen der regionalen Radiosender fehlt, sind erwünscht. Da wir es erst im Juni schaffen, die CDs an die Sender zu übergeben, könnt Ihr gerne auch noch bis dahin Eure Musik einsenden. Also bringt Eure Musik zu unserem Stand auf der (Pop Up, wir bringen sie ins Radio! Alle Infos zur Aktion hier Übrigens: Unter allen Musiklieferanten, die bis zum 15. Mai bei uns Musik einreichen, verlosen wir zwei Gästelistenplätze für das supernette Festival ORANGEBLOSSOMSPECIAL, wo vom 21. - 23. Mai unter anderem William Fitzsimmons, Kante sowie Savoy Grand am Start sein werden! Und auch die wunderbaren Garda aus Dresden! Die Ergebnisse vom ersten Radiostammtisch liefern wir Euch in Kürze nach, aber auch auf Seiten der Radiomacher tut sich was!

Das Schweigen im sächsischen Walde

Apollo hat tatsächlich ernst gemacht. Um Geld allein kann es da wirklich nicht mehr gehen. PM von ColoRadio zur angedrohten und heute erfolgten Abschaltung der freien Radios in Sachsen.
Das private Klassikradio Apollo hat am Mittwoch (14.4.) angekündigt, die freien Radios Sachsens zum Samstag den 17.4. abschalten zu lassen. Mit diesem Schritt soll die sofortige Zahlung der anteiligen Sendekosten erzwungen werden. Apollo verstößt damit gegen geltendes Rundfunkrecht. Es existiert aber kein rechtskräftiger Vertrag mit Apollo, mit dem diese Zahlung abgesichert wäre. Unser Rechtsanwalt hat in den vergangenen Monaten immer wieder Vorschläge an Apollo gesendet – es kam nichts zurück. Es ist uns nicht möglich, eine solche Zahlung städtischer Gelder ohne Vertrag und ohne jegliche Rechtsgrundlage zu verantworten, zumal diese noch gar nicht freigegeben wurden. Schliesslich erbringt Apollo weder eine Leistung für coloRadio noch existiert eine Vertragsbeziehung. Von den freien Radios gemachte Vertragsvorschläge zur Klärung der Situation wurden von Apollo abgeblockt. Trotz der inzwischen sichergestellten Finanzierung von 2 der 3 sächsischen freien Radios für dieses Jahr hat sich Apollo zu einem konfrontativen, erpresserischen Vorgehen entschlossen, damit eine rechts- und zukunftssichere Lösung torpediert und alle Menschen brüskiert, die sich für eine politische Lösung des Problems eingesetzt haben wie z.B. den Dresdner Stadtrat. Gleichzeitig wird mit der Abschaltung der freien Radios eine der Errungenschaften der friedlichen Revolution 1989 vernichtet und die unbezahlte Arbeit unzähliger ehrenamtlicher RadiomacherInnen in den letzten 20 Jahren mit Füßen getreten. Daher fordert coloRadio die Betreiberin von Apollo – die Sächsische Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co. KG auf, von Ihrem geplanten Vorgehen abzusehen. Gleichzeitig hoffen die sächsischen freien Radios weiter auf politischen Lösung für die Finanzierung ihrer jährlichen Sendekosten von 40.000 € aus GEZ-Gebühren, wie es in anderen Bundesländern üblich ist. Dazu gibt es am 3. Mai um 10.00 Uhr eine öffentliche Anhörung im sächsischen Landtag in Dresden. Alle Interessierten sind eingeladen, dorthin zu kommen
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Radio-Stammtisch von Campusradio & BISS.FM

Liebe aktiven Radiomacher und Podcaster aus Dresden, Sachsen und der Welt, wie bereits im letzten Newsletter angekündigt, haben einige Aktive aus Dresden einen "Radio-Stammtisch angeregt. Der Stammtisch will/soll die Radio- und Podcastproduzenten in Dresden (und Sachsen) vernetzen, eventuell BISS.FM als Plattform für Radiomacher in Sachsen weiter entwickeln oder eine neue Plattform aufsetzen und diskutieren, welche Möglichkeiten es gibt, die Situation der Radiomacher zu verbessern bzw. welche Probleme die einzelnen Akteure haben. Es geht wirklich nur um die Bedürfnisse der Macher, nicht der Hörer (die aber im Zweifel auch hoffentloch profitieren :-) Freundlicherweise hat sich das Team vom Uni/Campusradio Dresden bereit erklärt, diese Treffen in ihren neuen Räumlichkeiten durchzuführen. Wie oft dann später Bedarf besteht (wöchentlich, monatlich) wird sich zeigen. Das erste Treffen findet sehr kurzfristig am DIENSTAG, DEN 13.04. statt. Wir treffen uns um 19:Uhr im Büro -> Wohnheim: Fritz Löffler Strasse 16 (direkt an Haltestelle Reichenbachstrasse), -> Nebeneingang, Klingel 341 Themen sind u.a. - Kurze Einführung zum Stand von BISS.FM (Sebastian) - Kurze Einführung zum Stand vom Uniradio (Tobi) - Überblick der Teilnehmer und Bestandsaufnahme weiterer Radio/Podcast-Angebote in Dresden - Campusradio plant intensiven Relaunch (Name / Strukturen) - Kann dies eventuell eine Möglichkeit sein, ein größeres neues Projekt zu starten? - soll/kann BISS.FM als Plattform der Macher genutzt werden? - Wie kann eine solche Netzwerk-Plattform strukturell aufgebaut sein? Bitte schickt eine kurze Mail an sebastian@biss.fm, um euch anzumelden. Kostet natürlich nix, Getränke sind aber selber mitzubringen..

Sputnik in Farbe: "Die-Sendung-wo-noch-keiner-wissen-darf"

Klingt spannend: Felix Huegel schreibt über ein neues Projekt auf Sputnik "Ab 18. April wird es sonntags von 14 bis 18 Uhr eine Community-Show namens Buntfunk geben - die mySPUTNIK am Sonntag ersetzen wird. Buntfunk ist gleichzeitig Radio- und Online-Fernsehsendung. Die Schwierigkeit: Sie muss im Radio wie eine Radiosendung wirken, im Internet wie eine Web-TV-Show. Vier Kameras zeichnen die Sendung aus dem einer Küche nachempfundenen Studio auf, moderiert wird sie von Andrea Alic." Das Dresdner TwitnRoll-Radio hat ja duchaus vorgemacht, wie so ein Community-Radio im Kleinen funktionieren kann. Der Dialog mit den Hörern läuft sehr persönlich und in Echtzeit via Twitter, Chat, Facebook und Telefon, die Webcam zeigt das lebendige "Studio" (ein typisches Büro eines Kreativen), in dem immer wieder auch unerwartet Besucher aufkreuzen. Lokale Bands und Producer werden gespielt und sogar live präsentiert, die Themen im sozialen Netzwerk gemeinsam er- und ausgearbeitet. Ähnlich stelle ich mir das auch jetzt bei BUNTFUNK vor, wundere mich nur ein wenig über den seltsamen Starttermin 18. April, denn da beginnt ja schließlich die Zeit, wo man eher den Sonntag wieder draußen verbringt, ein Start im Herbst hätte sicher noch mehr Zugkraft gehabt. So, again, boys & girls in Sachsen: it´s up to you: Werdet Communitymitglieder, werdet Fans auf Facebook, verschafft Euch Gehör und zeigt den Machern beim MDR, daß wir für unser GEZahltes Geld innovativen und ansrruchsvollen Jugendfunk erwarten und kein "JUMP around lie Hampelmann".

Antwortschreiben des Petitionsausschuss

Zum Lesen bitte Bilder anklicken! Detaillierte Kommentare von uns zur Antwort vom Petitionsausschuss folgen später mit einer offiziellen Stellungnahme auch gegenüber der Presse! Grundsätzlich darf man zusammenfassen, daß die Landesregierung sich in den meisten Fällen nicht für zuständig hält und sich zum Thema "verfügbare Frequenzen und verkürzte Ausschreibungen wegen anstehender Digitalisierung" nur sehr vage bzw. gar nicht äußert. Wir haben - ehrlich gesagt - nicht wirklich unbedingt mit einem anderen Ergebnis gerechnet, aber durchaus auf eine persönliche Anhörung gehofft oder eine Behandlung durch die Fachgremien statt das wir nur dieses Antwortschreiben vom Ausschuss selbst zurück bekommen! Über 3.500 Unterzeichner sind ja keine verrückte Freaktruppe! Nun denn, natürlich wird das nicht bedeuten, daß BISS.FM sich nicht weiter einsetzt für besseres Radio in Sachsen! So wie es derzeit aussieht, wird BISS.FM sich in zwei Arbeitsgruppen 1. Für die "Kleinen" einsetzen! sprich, auf BISS.FM eine Plattform interessierter Podcaster und Radiomacher entwicklen, über das man die Programme, aller sächsischer (und befreundeter) Radiostreams erfahren kann und per Twitter & Co auf Porgramme hingewiesen wird usw.. Hierzu bildet sich wie im letzten Newsletter erwähnt eine eigene Arbeitsgruppe - Interessenten melden sich weiterhin gerne jederzeit! 2. die Großen "bearbeiten" sprich, eine Arbeitsgruppe aufbauen, die sich konstruktiv mit dem MDR (aber auch den privaten Sendern) auseinandersetzen wird! Die Frage ist einerseits, ob es nicht doch Lösungen und Wege für eine Programmreform beim MDR gibt, die die 4 verfügbaren Frequenzen (siehe unten) "besser" nutzt! Zum Beispiel, in dem MDR FIGARO und MDR INFO zu einem Kultur- und Informationssender zusammen geführt werden! Immerhin gibt es mit Deutschlandradio und Deutschlandfunk Kultur bereits zwei andere sehr Kultur- und Informationshaltige Sender für Erwachsene via UKW. Oder ob man aus JUMP und SPUTNIK nicht einen Sender machen kann, der sich an Radio 1 orientiert! SPUTNIK selbst könnte dann als reiner Internetsender ja noch risikofreudiger und experimenteller arbeiten! Unsere Ziele heißen immer noch: Mehr Vielfalt, mehr Anspruch, mehr Niveau, mehr Engagement für die regionale Kreativwirtschaft! Die derzeitige Situation ist scheiße! Und wenn die Landesregierung nichts ändern kann, dann müssen es am Ende die Sender tun...?!?!?! [caption id="attachment_808" align="alignleft" width="768" caption="Petitionsantwort_1"]
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Hau bloß App! Gedanken über den Umgang des öffentlich rechtlichen Rundfunks mit Jugendlichen

Ein bewusst eher plakativer Beitrag zum Thema "öffentlich-rechtlicher Umgang mit Jugendlichen", den ich ungefähr so wie er hier steht vor "politischen Vertretern" (Bekanntenkreis der Familie) bei einem eher inoffiziellen Treffen vortragen durfte/wollte/konnte. Der Text muss ja nicht auf meinem PC versauern. Wundert euch also nicht über die Sprache an der einen oder anderen Stelle, die Zuhörer waren alle NOCH ÄLTER als ich! Und zwar wesentlich :-) Es ging hier weniger um BISS.FM als um die Frage, was der öffentlich rechtliche Rundfunk denn für die Zielgruppe der 13-17jährigen tut, insbesondere im TV. .......... Sehr geehrte Damen und Herren, es war auch 1987, also als ich 14 war, nicht entspannend, Jugendlicher zu sein. Pickel waren nicht wirklich seltener als heute und die Annahme „ohne Markenjeans keine Chance bei den Mädchen“ galt genauso wie heute. Und die Alten haben damals genauso über die Jugend geschimpft wie heute und bei den alten Wikingern. Nur wurde das Gezeter gegen „die Jugend“ im Lauf der letzten Jahre durch wahre Hetzkampagnen der Medien derart aufgeputscht, dass man als unbeteiligter Kinderloser zwangsläufig fürchten muss, es gäbe nur noch hyperaktive, ausländische oder faschistoide, spielsüchtige Säufer: Brutal, respektlos und ohne jeden Glauben an eine Zukunft. Dabei sind es doch gerade die Medien, die die 13 – 17jährigen alleine lassen mit einer Monokultur aus Kommerz und - Entschuldigung - Quatsch. Und insbesondere die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten beschuldige ich in diesem Zusammenhang der fahrlässigen Unterlassung jugendgerechter Angebote. Denn während Kindern bis 13 Jahren in den Medien ungefähr fast so viel Beachtung geschenkt wird wie erwachsenen Volksmusik- und Karnevalfans, wird der Pubertierende in eine mediale Zwangsjacke der privatwirtschaftlichen Dummheit gesteckt, die unser Land eindeutig nicht als die Bildungsnation präsentiert, die wir uns nach wie vor herbeireden. Das gilt insbesondere für TV. Kindern wird mit dem Kinderkanal (Kika) ein eigener öffentlich-rechtlicher TV-Kanal geboten. Dieser bietet größtenteils wirklich sehr gut gemachtes, kindgerechtes Fernsehen. Dazu kommen am Wochenende Kinderfilme und –sendungen in den Hauptprogrammen und in den Dritten, vom Sandmann bis zur Sendung mit der Maus. Komischerweise erwarten all die Bildungsweisen bei ARD und ZDF offenbar, dass sie damit bis zum 12. Lebensjahr Tagesschaugucker und Spiegelabonnenten herangezüchtet haben, denn danach kommt: Nichts! Absolut gar nichts. Jedenfalls nichts altersgerechtes. Wer vier Jahre lang LOGO gesehen hat, also die Nachrichtensendung des Kinderkanals, der ist reif für die Tagesschau? Ich bezweifle das! Stattdessen wird der Jugendliche zwangsläufig ins Reich der privaten Sender und einem Mix aus „Deutschland sucht den nächsten Trottel“ und Werbung gedrängt. Weder auf ARD oder ZDF noch den vielen Ablegern findet sich ein Sender, der sich konsequent zur Aufgabe macht, Jugendliche mit anspuchsvollen Inhalten zu versorgen. Die wollen es doch nicht anders, hör ich es rufen? Hat das denn irgendjemand je versucht, herauszufinden? Gilt das wirklich für alle? Es gibt so unendlich viele Sorgen und Nöte unter Jugendlichen: Sexualität, Berufsauswahl und Karrierechancen, Ausländerfeindlichkeit, Gruppenzwänge, Alkohol und Drogen, schulischer Druck und Probleme im Elternhaus, Handy-Schulden, Existenzängste, Hartz4, Bundeswehr, Cybermobbing, politische Unsicherheit. Überall in der Welt sind diese Probleme im Grunde gleich! Und nicht zuletzt deshalb gibt es so viele tolle Spielfilme, Fernsehfilme und Dokumentationen darüber, die nicht nur aufklären sondern auch und vor allem das Gefühl vermitteln, nicht alleine zu sein mit seinen Problemen. Aber kein deutscher TV Sender zeigt diese. Im Gegenteil lernen wir dank ewig grinsender und lästernder Moderatoren Charakteeigenschaften wie Diskreditierung Unterlegener als Standard einzuschätzen. Statt Identifikationsfiguren für diejenigen anzubieten, die sich nicht stark und selbstsicher fühlen, lernen wir, dass man als „Loser“ ohne Talent als Fußballer, Musiker oder Model stets damit rechnen muss, öffentlich zur Schau gestellt zu werden. Machen Computerspiele einsam? Oder spielen Einsame viel am Computer? Sie denken, Computerspiele machen einsam und aggressiv? Ist es nicht viel eher so, dass Einsamkeit zum Spielen am Computer reizt und jegliche Alternativen fehlen? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, daß Einsamkeit und Leere Auslöser sind fürs Zocken (bei den einen) oder für Frust und Aggression (bei den anderen), als dass das Zocken selbst Auslöser für Gewaltphantasien oder sogar -taten ist? Kann es sein, daß derzeit die TV Anstalten eine Politk fahren, nach der man Jugendliche permanent als Spielsüchtig zeigt, ihnen aberselbst keine innovativen, interessanten und inhaltlich spannenden Angebote liefert? Es ist doch interessant: Reden wir über den Alkoholmissbrauch Erwachsener, so reden wir meist davon, dass fehlende Beschäftigung (sprich Arbeitslosigkeit) der Grund dafür ist und nicht, dass die Mehrheit ihren Job durch den Alkoholismus verliert, dessen Ursache in der Werbung zu suchen sei. Bei Jugendlichen dagegen sprechen wir davon, dass die Werbung schuld ist am Alkoholmißbrauch, reden über entsprechende Verbote und hoffen, dass es davon alleine besser wird. Kann es nicht sein, dass die Ursachen die gleichen sind? Das Gefühl, nicht gebraucht zu werden? Nicht ernst genommen zu werden? Welcher heute 14jährige soll allen ernstes als Erwachsender noch den Sinn gebührenfinanzierten Fernsehens verstehen, wenn er von diesen als Jugendlicher nichts geboten bekommen hat? Weder im Fernsehen, noch im Radio. Dort, also im Radio, zeigt sich das Dilemma bei uns in Sachsen von der allerschlimmsten Seite. Der öffentlich rechtliche Sender für junge Leute hier nennt sich JUMP uns ist tatsächlich oftmals selbst von ausgewiesenen Medienprofis an der Klangfarbe nicht als öffentlich rechtlicher Sender zu identifizieren. Das wäre soweit nicht so schlimm, würde das gleichzeitig immer noch betriebene Jugendformat SPUTNIK mit wirklich anspruchsvollen Themen und einer fast fünfmal so großen Musikauswahl auch über UKW ausgestrahlt werden. SPUTNIK allerdings ist in Sachsen nur via Internet zu empfangen, wo nicht wenige politische Vertreter dieses Landes auch die freien Radios gerne sehen würden. Was für eine schizophrene Argumentation ist das nur, in der das Internet immer dann als Allheilmittel herhalten muss, wenn es gerade besser passt („Wozu denn Sputnik auf UKW? Die Jugendlichen sind doch eh die ganze Zeit nur im Netz!“), aber gleichzeitig verteufelt wird, wenn es um die Themen Gaming, Cybermobbing oder schulische Recherchen geht („Die Jugendlichen wissen doch gar nicht mehr, wie man ein Buch liest“). Auch hier das Totschlagargument Nr. 1: Die wollen es doch gar nicht anders. Wie aber erklärt es sich dann, dass der öffentlich rechtliche Sender Fritz das erfolgreichste junge Programm in Berlin und Brandenburg ist und nicht seine vielfältigen privaten Konkurrenten? Ich würde mir wünschen, wir würden in Zukunft wieder seltener darüber streiten, ob die öffentlich rechtlichen Sender iPhone-Apps produzieren dürfen (bei einer Verbreitung des iPhones von unter 5%) sondern häufiger über Inhalte. Ich wünsche mir einen öffentlich rechtlichen Jugend-TV-Sender, der deutschlandweit zu empfangen ist, werbefrei anspruchsvolle Inhalte für Jugendliche bietet und im besten Fall eine (redaktionell betreute) Brücke schlägt zwischen realem Leben und Internet. Der Jugendliche an die Hand nimmt und ihnen Lebenswege aufzeigt, die auch ohne das Erreichen von Ruhm und Ehre Erfüllung finden. Ich wünsche mir ein flächendeckendes Netz öffentlich rechtlicher Jugendradios, die an diese Dachmarke angebunden sind und dieses Format im regionalen weiterführen (ähnlich wie Radio Fritz in Berlin/Brandenburg oder auch Sputnik im mitteldeutschen Internet). Ich wünsche mir Radiosender, die sich wieder als Entdecker neuer Musik sehen und nicht als Verwerter dessen, was Castingshows im TV zu Ruhm gebracht haben. In einer Schulklasse sitzen 20 Jugendliche und meiner Erfahrung nach somit mindestens 10 verschiedene Musikgeschmäcker. Wieso also erlaubt sich dann selbst das öffentlich rechtliche Radioprogramm, sich aus diesen Musikrichtungen nur die zwei heraus zu picken, die die meisten Fans hat? Wir reden vom Wandel zur Wissensgesellschaft, von der Entwicklung von Industrie zu Kreativwirtschaft. Wäre es da nicht gut, wenn gerade der öffentlich rechtliche Rundfunk seinen Teil dazu beitragen würde, dass insbesondere die junge Kreativwirtschaft (Film, Musik, Literatur) eine Plattform erhält? Und erst recht eine Plattform, die unsere Jugend darauf vorbereitet? Eine öffentlich rechtliche Plattform, die sich ihrer Aufgabe im Bereich der (vor allem übrigens politischen) Bildung bewusst wird? Ich finde: Ja! Mehr jedenfalls, als daß wir Erwachsenen einen Anspruch auf Karneval, Nationalmannschaft oder Marienhof im Fernsehen haben. Wir könnten für diese Inhalte einzeln zahlen, wir wären in der Lage, selbst zwischen Werbefinanzierung, Gebührenzahlung oder on demand Bezahlung zu wählen...Der 15jährige kann das nicht und der ist in der Phase seines Lebens, in der er am meisten beeinflussbar ist, sowohl politisch als auch im Hinblick auf Freizeitgestaltung und Konsumverhalten.